Der nasse Wald

Am südlichsten Punkt des Festlandes, inmitten der Gezeiten des Meeres und der flirrenden Hitze des Sandmeeres, liegt der sagenumwobene Nasse Wald, ein Kleinod von wundersamer Pflanzenvielfalt und sagenumwobener Lebenskraft. Unzählige Geschichten und Mythen ranken sich um diesen Ort des Lebens inmitten der tödlichen Sanddünen, und bereits so mancher Reisender stolperte am Ende seiner Kräfte zwischen die sattgrünen, hochaufragenden Stämme der Bäume, um den rettenden Schluck Wasser vorzufinden.

Von der Ferne eher wie eine Fata Morgana an den Küsten des Südmeeres wirkend offenbart der Nasse Wald – einmal betreten – erstaunlichste Gewächse und Tiere, die sich in der feuchtstickigen Luft eines Tropenwaldes tummeln, und ihre aussergewöhnlichen Farben und Laute einem jeden präsentieren, der sie zu sehen bereit ist. Orchideen und Lilien in strahlenden, kräftigen Farben ragen zwischen Baumriesen, Palmen und Farnen hervor, umschwirrt von bunt gemusterten Schmetterlingen, Glühwürmchen, Papageien in prächtigstem Gefieder, und kreischenden Affen, die sich durch die Baumkronen schwingen.

Dennoch, nicht alles ist im Nassen Wald, wie es erscheint. Sind es wirklich Schmetterlinge, die um die Blumen tanzen? Sind die Laute die man vernimmt Tierrufe, oder war da ein leises Kichern?

Die Götter, so sagen die Alten, haben den Nassen Wald gesegnet, und ihr Segen schützt die Baumstämme und die Tiere, aufdass das Leben ewig in ihnen zu blühen vermag. Hüten sollten sich allerdings jene, die dem Wald etwas vom ewigen Leben zu entreissen versuchen, oder sich gar den Träumen von unzerstörbarem, ewig währendem Holz hingeben, denn so freigiebig der Wald jenen erscheint, welche die Rettung ihres Lebens in den süssen Quellen und den saftigen Früchten suchen, so furchtbar kann der Zorn der Natur auf jenen niederschlagen, der ihre Gaben nicht zu schätzen weiss.