Die Hochelfen

Einen Hochelfen zu verkörpern, mögen viele allein auf die Darstellung eines arroganten, wunderschönen Wesens mit spitzen Ohren und einem traumhaften Körper reduzieren wollen, und doch umfasst das Spiel eines solchen Elfens weitaus mehr als nur solche Klischees. Wie jedes Volk lebt auch das der Elfen von der Verschiedenartigkeit der Charaktere, von den Unterschieden zwischen einzelnen Elfen, aber auch von der Liebe der Spieler für Details und Charakterdarstellung. Der folgende Text soll sowohl für die bereits erstellten Hochelfen als auch für Leute, die gerne einen Hochelfen verkörpern wollen, ein wenig Anregung bieten können.

Aussehen der Hochelfen

"Wie fliessende Seide erschien mir ihr Haar und ebenso waren ihre hohen, schlanken Gestalten von ihrer weich fallenden Kleidung umspielt, vollendet schön geformt ihre langen, zarten Glieder, sodass ich glaubte, in einem Traum gefangen zu sein. Doch als sich eine der Elfenfrauen über meinen zerschmetterten Körper neigte und mit leiser, schmeichelnder Stimme den Schmerz aus meinen Gliedern hinfort nahm, wusste ich, dass dieses Realität sei, dass mir wahrhaftig einige aus dem schönen Volke geholfen hatten."
(Aus "Erinnerungen an die Welt" des reisenden Imaeath- Priesters Hirin Felken)

Nicht nur durch ihren hohen Wuchs von zwischen 1,70m und 2,00m angesiedelter Körpergröße erscheinen die Hochelfen als die "Vollendung" ihrer Rasse - das meist lang getragene Haar in vielen verschiedenen Farben (es gibt einige Hochelfen, die sich mit Freuden der Kunst widmen, naturnahe Farben für das Haar anderer zu mischen) wird sorgfältig gepflegt und oftmals zu verschlungenen, vielschichtigen Frisuren geformt.
Ihre weich scheinende Haut lässt sie ebenso weitaus zarter wirken als die Menschen, wie auch ihre schlanken Gestalten, die nicht zu übermäßiger Muskelmasse neigen. Wohlproportioniert sind die Körper der Frauen, jedoch sind üppige Formen eher selten und meist stillenden Müttern vorbehalten. Grundsätzlich fällt es Elfen leicht, ihre schlanke Gestalt zu halten, durch viel Bewegung und körperliche Anlagen setzen sie kaum Fett an.
Wie auch Menschen altern Hochelfen, aber durch ihre hohe Lebenserwartung von fünfhundert bis tausend Jahren erstreckt sich das Altern auf einen weitaus grösseren und schlechter zu verfolgenden Zeitraum. So wirken ihre Gesichter meist recht jugendlich und verraten das wirkliche Alter nicht - Elfen, die jedoch die fünfhundert Sommer überschritten haben, mögen allgemein von der Form ihrer Gesichter her reifer wirken, einzelne kleine Fältchen lassen sicherlich auch entdecken sowie langsam entstehende graue oder silbrige Strähnen im Haar.

Rüstung und Waffen

Die meisten Elfenkrieger setzen bei ihrer Rüstung auf Beweglichkeit und die Möglichkeit, sich in den verschiedensten Situationen noch ohne grössere Umstände verstecken und zurückziehen zu können - das Tragen einer Plattenrüstung obliegt eher den älteren, bereits im Kampf erfahrenen und auch an das hindernde Gewicht gewöhnten Kriegern. Da sich Hochelfen im Kampf zumeist auf ihre feinen Sinne verlassen, empfinden sie das Tragen eines Helmes, welcher den Kopf verdeckt, als sehr störend und verzichten darauf zugunsten eines geflochtenen oder aus feinen Metallplättchen geschmiedeten Haarbandes. Gerne scheinen die Elfen im Kampf die Farben ihrer Familien oder Häuser zu tragen, Schärpen und Umhänge sind gleichermaßen aus robustem Stoff gefertigt, damit sie das Handgemenge oder Schwerterklirren eine Weile aushalten.

Magisch begabte Elfen jedoch vertrauen zumeist auf Lederrüstung, wobei sie nietenbesetztes Leder sehr viel weniger tragen, da die Metalle auf einen Magiewirker irritierend wirken. Waffen wie Streitäxte oder Keulen stehen den Elfen nicht zu Gesicht, sie werden allgemein als zu schwer und unelegant empfunden, um sie mit Würde zu tragen. Vielmehr benutzt man im Kampf den Langdolch oder ein Schwert mit Schild, mutige und mächtige Krieger verlassen sich ganz auf ihre Kunst mit der Bardike.

Kleidung und Schmuck

Wandeln die Elfen untereinander, im sicheren Schutz ihrer Städte, erscheint ihre Kleidung vielfarbig und betont oftmals die Körperformen in verschwenderischem Maß, oftmals tragen junge Elfinnen oder Elfen nicht einmal ein Lendentuch, sondern nur einen durchsichtigen Schal oder ein Seidengewand, welches ebenso mehr enthüllt als verbirgt. Besonders lebenslustige Hochelfen necken sich gar untereinander, indem sie gänzlich ohne Kleidung umhergehen. Vor allem weiche, bauschige Stoffe finden die Zustimmung der Edhil, angenehm auf der Haut sollen die Gewänder zu spüren sein. Auch Lederkleidung, die recht eng geschnitten getragen wird, wird erst benutzt, wenn alle kratzenden und rauen Stellen aus dem Leder gegerbt sind.
Die einzige Farbe, welche sich weder in Stirnbändern noch an Schärpen finden lassen wird, ist scharlachrot, was seine Begründung in der elfischen Sitte des "roten Bandes" findet. (-> "Das rote Band") Wenn die Elfen ihre Städte verlassen, achten sie meistens eher auf schützende denn enthüllende Kleidung, eine feindliche Umwelt und über Jahrhunderte hinweg entstandene Vorsicht, sogar Misstrauen, haben dazu geführt, dass die edhil sich der Außenwelt etwas weniger lebenslustig geben, vielmehr distanziert, als sie es untereinander wären. Dies drückt sich auch in ihrer Kleidung aus, die dann recht hochgeschlossen sein kann und ihre Anmut zu vielen Teilen verbirgt. Wallende, den Körper schützende Umhänge sind hierbei oft ein Teil der Kleidung.
Wie alle Völker elfischer Natur sind auch die Hochelfen Liebhaber der Kunst und kunstvoller Handarbeit, Schmuck aus Silber und anderen, gut zu verarbeitenden Materialien wird ebenso gern getragen wie filigrane Ringe oder Ketten, welche die Stirn oder den Hals umschmeicheln. Auf das Einpassen von großen Juwelen wird jedoch verzichtet, da die Eleganz weitaus wichtiger ist als die Notwendigkeit, Reichtum und Ansehen zu offenbaren.

Kultur der Hochelfen

Ein Hauptpunkt elfischer Lebensgewohnheiten liegt in der Gemeinschaft begründet, kein Hochelf möchte alleine seine Tage fristen, liegt doch in der Gruppe die Möglichkeit zu feiern, sich auszutauschen oder gemeinsam eine angenehme Zeit zu verbringen. Gerühmt für ihre filigrane, aber auch oftmals hoch hinausführende Architektur, erscheinen die Städte der Hochelfen, gefügt aus Stein, Marmor und geschicktem Pflanzenwuchs zur Verschönerung des leblosen Steines für Menschen wie ein kaum erklärbares Wunder. Bedenkt man jedoch, wie viel Zeit den Hochelfen gegeben ist, eine solche Vollkommenheit über Generationen hinweg zu erschaffen, mag einem die Baukunst fast selbstverständlich scheinen, welche immer wieder zutage tritt.
Die Annehmlichkeiten des Lebens werden von den Hochelfen sehr geschätzt, man findet neben bequem zu beschreitenden Treppen auch viele Vorsprünge, an denen sich Paare zum Liebesspiel niederlassen können oder Freunde zum Gespräch, oftmals sind Badebecken mit einem Zufluss angenehm warmen Wassers ebenfalls ein Bestandteil größerer Bauten wie auch Balkone, überwachsene Terrassen und steinerne Einfassungen für ansonsten wild wuchernde und sorgfältig gepflegte Natur.

Adelshäuser

Die Gesellschaft einer über Jahrhunderte gewachsenen Elfenkultur ist meistens monarchisch oder oligarchisch strukturiert - es herrschen entweder ein Königspaar oder (seltener) ein Rat, bestehend aus den Hausvorständen der Adelshäuser einer Elfenstadt, über die Gemeinschaft der Elfen. Entscheidend ist in gewachsenen Gemeinschaften der Stand bei der Geburt in ein Haus - sind die Eltern Hausvorsteher, brannon (Herr) oder brennil (Herrin) eines Adelshauses, wird dem Kind auch später eher eine Führungsrolle gebühren als einem Nachkommen einfacher maethyr (Krieger), ist das Kind gar cunn (Prinz) und damit Nachkomme des Königspaares, besteht kein Zweifel an der späteren Herrschaft in Nachfolge der Eltern, so sich dieses Kind nicht als absolut ungeeignet für eine Herrschaft erweisen sollte. Üblich bei einer neu gegründeten Stadt, welche durch die verschiedenen Adelshäuser errichtet wurde, ist es, den Rat zu formen und die Anfährerschaft, aran und rien (König und Königin), aus den Höchsten der Vertreter zu bestimmen, es muss nicht zwangsläufig eine Blutlinie vorher existieren.
Die Adelshäuser sind ähnlich denen der Dunkelelfen aufgebaut und geben hier auch einen deutlichen Hinweis auf die einst mit jenen verflochtene Geschichte - das Herrscherpaar (ob nun einander durch Liebe verbundene Partner, eine Gemeinschaft aus zweien zur Führung besonders geeigneten Elfen männlichen und weiblichen Geschlechts oder ein Geschwisterpaar, welches von der alten brennil geboren wurde) steht den Mitgliedern des Hauses vor und entscheidet mit dem ithron, höchsten Magier des Hauses, und dem tirithon, Kriegsherrn des Hauses, über Wohl und Geschick der Gemeinschaft. Hier jedoch ist das Geschlecht von untergeordneter Bedeutung, müssen an der Spitze des Hauses Mann und Frau stehen, ist es innerhalb der Ränge nicht entscheidend, welchen Geschlechtes ein tirithon oder ein ithron ist.
Meist wendet sich ein Adelshaus geschlossen dem alten oder dem neuen Weg zu, sodass die innere Gemeinschaft eines Hauses homogen bleibt, jedoch wurde bisher auch von internen Streits über die Ausrichtung berichtet, was man tunlichst versucht, vor Hausfremden zu verbergen. Jedes Mitglied eines Hauses ist dazu angehalten, an mindestens einem Kleidungsstück die Farben des Hauses zu tragen, wenn es sich um offizielle Anlässe handelt, im Kriegszug tragen alle maethyr und gyllor dieselben Farben nach einer im Haus aufgezeichneten Rangordnung.

Noch haben sich keine Häuser auf der alten Welt gebildet, jedoch ist dies ein Weg, der wohl in naher Zukunft beschritten werden wird.

Namen der eledhel

Ihrer Herkunft entsprechend tragen die Hochelfen zumeist drei Namen, Elfen, die ihre Herkunft nicht kennen oder keinem Haus mehr angehören, weil es bis auf sie selbst erloschen ist, können auch weniger Namen tragen. Grundsätzlich besteht ein hochelfischer Name aus folgenden drei Teilen: Eigenname, Familienname und Hausname. Ein Elf mit dem Namen Girithiel Isardon Fa'Thyr heißt also Girithiel mit Vornamen, entstammt der Familie Isardon und gehört zum Haus Fa'Thyr.
Bei der Geburt eines Elfenkindes wird zumeist ein Seher befragt, der die Eltern durch seinen Ausblick in die persönliche Zukunft des Kindes hilft, einen dem Charakter und den Anlagen des Kindes entsprechenden Namen zu finden. Bei traditionsbewussten Adelshäusern tragen nicht nur die Familien- und Hausnamen eine Bedeutung in sich, sondern auch der Vorname des Elfenkindes. Oftmals gibt der Vorname einen Einblick in das Gemüt des jungen Elfs.
Im Laufe des Lebens unterliegt ein Name bisweilen Änderungen, hat sich beispielsweise ein Krieger in einer Schlacht ausgezeichnet, kommt es oft vor, dass er durch den aran die Erlaubnis erhält, innerhalb seines Hauses eine neue Familie zu gründen, die dann einen neuen Namen, der auf die Verdienste des maethor hinweist, trägt. Geschieht im Leben des Elfen etwas sehr einschneidendes und veränderndes, so mag es ebenfalls vorkommen, dass jener von sich aus beim Rat oder dem aran darum bittet, seinen Vornamen ändern zu dürfen.

Verhalten zu anderen Völkern

Waldelfen
Einst waren beide Völker vereint, waren eine Gemeinschaft, die zusammenstand, nachdem die Dunkelelfen sich vom Volke der Ur-Elfen abgespaltet hatten. Jedoch entstand in jener Zeit der Schwächung und Ratlosigkeit zwischen zwei Fraktionen im Volk eine Uneinigkeit, als man darüber beriet, wie man sich denn in Zukunft am besten gegen die Angriffe der morbin zu schätzen hätte. Einige sahen das Heil im Erreichten weiterer Städte an sichereren Orten hoch in den Bergen, andere sprachen dafür, sich in die tiefen Wälder zurückzuziehen und die Bäume um Hilfe anzuflehen, von diesen schließlich beschützt zu werden.
Lange währte jener Streit, der letztendlich das Volk der Elfen nochmals spaltete - alte Familienverbindungen existieren heute noch, aber beide Elfenvölker sind schon zu weit voneinander entfernt in ihrem Denken und den gesetzten Lebenszielen, dass sie dieses nicht mehr erkennen oder erkennen möchten. Bestenfalls wird ein sehr offener edhel eine Freundschaft mit einem lindel suchen, ansonsten jedoch herrscht eher eine gewisse Distanz und Vorsicht, da man die für einen Hochelfen fast sklavisch anmutende Verbindung der lindil zu der sie umgebenden Natur nicht ganz nachvollziehen kann - Hochelfen formen die Natur auch, aber sie würden nicht so grosse Opfer für diese bringen wie ein Waldelf es würde.

Dunkelelfen
Dasselbe Blut wie in den Dunkelelfen fließt auch im Blut der Hochelfen, nur spricht man nicht sehr gern darüber. Einst waren alle Elfenvölker eins, doch durch Verrat und Täuschungen kam es zu einem ersten Mord zwischen Elf und Elf, zwei Fraktionen spalteten sich ab und zogen in den Krieg miteinander, der erst durch die Aufopferung für sein Volk durch den alten aran der Ur-Elfen entschieden wurde, aus welchen dann die Hochelfen hervorgingen. Die Verlierer jener Schlacht wurden in das Erdreich verbannt und entwickelten sich über die Jahrhunderte hinweg zu den Dunkelelfen, wie man sie nun kennt und fürchtet. Sagen berichten, dass der seitdem schwelende, ewige Kampf zwischen den Dunkelelfen und Hochelfen erst enden wird, wenn der letzte aller Tage angebrochen ist. Ewige Feindschaft liegt zwischen diesen beiden Völkern und wird wohl auch in der Zukunft dort liegen - zu sehr haben sich die einstigen Geschwister voneinander entfernt.

Zwerge
Im Kampf gegen die Dunkelelfen und Menschen standen die Hochelfen und Zwerge einst nahe beieinander, doch jener alte Bund ist im Laufe der Jahrhunderte bröckelig geworden und nur schwer wieder zu erneuern. Beide Kulturen haben Hochformen entwickelt, aber sind in ihren Werten zu tief verwurzelt, um leicht aufeinander zuzugehen, die sprichwörtliche Hassliebe zwischen Elfen und Zwergen setzt zudem weitere Hürden zwischen beide Völker. Ob es jemals eine wirkliche Erneuerung des Bundes geben wird, steht in der Zukunft - in der Gegenwart ist das Miteinander der beiden Völker nicht einfach gestaltet.

Menschen
Früher war die Welt der Lebensraum der Elfen, aber als das junge Volk, die Menschen, sich entwickelte, verloren die edhil mehr und mehr ihres angestammten Landes, meist auch in blutigen Schlachten gegen die Emporkömmlinge, die ganz im Gegensatz zu den edhil keine Schwierigkeiten mit ihrer Nachkommenschaft haben. Seit jeher werden die Menschen von den Elfen mit Vorsicht, ja sogar mit ausgesprochenem Misstrauen betrachtet, man hat die vielen Kämpfe und auch Verrat von Seiten der Menschen nicht vergessen. In den letzten Sommern jedoch scheinen sich einige Elfen mit den Menschen wieder angenähert zu haben, wer weiss, ob es jemals eine Versöhnung geben wird.

Orken, Goblins
Verachtet und für dumm gehalten werden von den Hochelfen jene Völker, die noch im Schmutz leben und sich allein aus Holz und Leder ihre Behausungen bauen, die einen edhil sehr viel mehr an Viehställe denn an ein richtige Häuser erinnern mag. Da weder die Orken noch die Goblins eine für Hochelfen wirklich verständliche Sprache haben, ist es für jene leicht, die beiden Völker als unterentwickelte, degenerierte Spezies zu sehen, die nichts anderes im Sinn hat als zu morden und zu plündern. Vielleicht ist die Meinung über Goblins nicht ganz so ausgeprägt negativ wie äber Orken, aber das resultiert auch daraus, dass Goblins im Allgemeinen den direkten Kraftvergleich mit den Hochelfen bisher eher gescheut haben.

Die vier Elemente

Mehr als jedes andere Volk auf den weiten Ländern der alten Welt suchen die Hochelfen nach dem stetigen Ausgleich im Leben, dem Mittelpunkt zwischen den verschiedenen Strömungen, Meinungen und Ereignissen, dem endgültigen Ruhepunkt, von dem aus es möglich ist, die Welt von neutralem und logischem Standpunkt aus zu betrachten. Das tiefe Verständnis für ihre Umwelt zu erlangen jedoch ist auch für einen Elfen nicht einfach. Menschen würden an dieser Stelle die Nähe zu ihren Göttern suchen, doch das Vergöttlichen und Personifizieren von Prinzipien ist einem Hochelfen unverständlich, versucht ein edhel doch viel eher, in den Kreisläufen der Natur einen Sinn zu entdecken, Neues Bekanntem zuzuordnen, um es nachvollziehen zu können.
Im Laufe seines Lebens wird jeder edhel versuchen, dem Weg eines der vier Elemente zu folgen und im Sinne dieser Eigenschaften zu leben. Oftmals tragen diese dann auch ein Amulett mit dem Zeichen des gewählten Elements mit sich oder schmücken ihre Kleidung durch Element-Zeichen, tragen Stoffe in den Farben des Elements.

Wasser (nen)
Das Wasser als die ewige Stille, die Einkehr und Besinnung auf alte Werte, wird oftmals von Elfen gewählt, die versuchen, dem "alten Weg" zu folgen, schreibt man diesem Element doch eine gewisse innere Ruhe zu, eine Lebenskraft, die lange Zeit abwarten und geduldig sein kann, bis sie ihre vollkommene Macht entfesselt.
Als Element des Herbstes und Zeichen für das zum Ende strebende Leben im Jahreskreis ist das Wasser auch oftmals ein Symbol der gealterten edhel, die sowohl mit der Weisheit vieler Augen (oder vieler Wassertropfen, welche schon die ganze Welt gesehen haben) als auch mit der Kraft unzähliger Arme (ein jeder Fluss, welcher Hochwasser führt, kann unbändige Kraft entwickeln) fähig sind, Dinge zu beurteilen und zu entscheiden. Das Wasser wird sehr oft auch jenen zugeordnet, die versuchen, als Seher und Wissende in der Gemeinschaft zu dienen. Farben des Elements nen sind dunkelrot (für die welkenden Blätter im Herbst) und dunkelblau (für die unergründliche Tiefe des Meeres).
Grundcharaktereigenschaften eines dem Wasser folgenden Elfen sind Geduld, Fähigkeit zum logischen Denken, oftmals auch langgehende Erinnerung an frühere Schmach oder Beleidigungen und daraus resultierender Wunsch nach Rache. Symboltiere des Elementes nen sind der Delphin und der Reiher.

Feuer (naur)
Leidenschaft, entfesselte Kraft auf dem Höhepunkt ihrer Macht, aber auch voll erblühtes Leben sind jene Gedanken, die einen Hochelfen beim Element naur bewegen. Als Sinnbild für den Sommer und auch für das Volk der eldhil in mittleren Jahren, im Vollbesitz der Leben spendenden oder auch Leben nehmenden Kräfte, ist das Feuer meist ein Element der Krieger oder der kämpfenden Wirker arkaner Macht. Doch auch Elfen, die sich mit Leidenschaft den Dingen hingeben, die sie bewegen, ob es nun das Liebesspiel ist oder eine Kunstform, der sie sich aus ganzem Herzen versuchen zu widmen, immer wieder Neues schaffen und zerstören, um aus der Asche abermals neues zu formen, und junge Elfen, welche versuchen gegen die alten Werte zu rebellieren und einen neuen Weg einzuschlagen, der mehr ihre eigenen Bedürfnisse umfasst, wählen sich naur als Element.
Farben des Elementes naur sind leuchtendes rot (für die Flammen des Feuers), leuchtendes gelb (ebenfalls Teil des Feuers) sowie helles grün (für die gewachsenen Gräser und Pflanzen des Sommers).
Grundcharaktereigenschaften eines dem Feuer folgenden Elfen sind eine gewisse Ungeduld, oftmals grosser Mut und Draufgängertum, ohne die Folgen der eigenen Handlungen zu bedenken, aber auch Lebensfreude, die sich an Festen und dem freundschaftlichen Umgang mit anderen edhil entzündet. Symboltiere des Elements naur sind der Drache und der Phönix.

Erde (cae)
Schützend breitet die Erde ihren Mantel über das Land, wie es auch im Winter der Schnee vermag. Die Jahreszeiten wandeln im immer gleichen Rhythmus über die Welt, und so ist es das Element cae, welches für Bedächtigkeit, nur langsame Bewegung und viel Gewohnheit steht. Das Leben beginnt und endet in der Erde, und so ist diese meistens durch jene gewählt, welche sich dem Leben und seiner Bewahrung, Kultivierung zugewandt haben - den Heilern, Pflanzen- und Tierzüchtern, aber auch Handwerker, die ihre Grundstoffe der Natur verdanken, widmen sich oft der Nähe zu cae. Wie auch nen liegt in cae viel Geduld und Ruhe, aber nicht die abwartende und Einzelheiten vor einer Entscheidung sammelnde Geduld, sondern eine Geduld mit dem Wissen um fest gefügte Kreisläufe. Viele Elfen, die Eltern geworden sind, neigen ebenfalls zu cae, da ihnen ganz besonders bewusst geworden ist, wie sehr sie Teil des ewigen Lebenskreislaufes sind.
Farben des Elements cae sind braun in allen Tönen (für die Erde) sowie grün (bis auf hellgrün, als Zeichen der wachsenden Natur) und weiss (als Zeichen des beendenden, aber gleichzeitig schützenden Schnees).
Grundcharaktereigenschaften eines der Erde folgenden Elfen sind Behäbigkeit, auch oftmals in Sturheit und wenig Flexibilität endend, doch auch für ihre Treue und Standhaftigkeit zu einem einmal gefassten Freund gegenüber rühmt man diese edhil. Man mag ihnen vorwerfen können, dass sie lange für eine Entscheidung brauchen, aber ist diese einmal gefasst, wird sie mit Vehemenz und Einsatz verteidigt und verfolgt. Symboltiere des Elements cae sind der Hase und der Hirsch.

Luft (gwilith)
Leicht wie ein Wind erscheint einem oft das vierte Element, die Luft, und ebenso substanzlos. Sicher, Luft ist nicht wirklich greifbar, aber nichts scheint beflügelnder als ein leichter Sommerwind, eine Inspiration, die sich niemals wirklich fassen lässt. Nicht umsonst sind es oftmals Künstler und Barden, die sich der Luft verschreiben, aber auch jene, die in ihrem Können versuchen, das Perfekte zu erreichen, sich gänzlich darin verlieren, die Vollkommenheit zu schaffen, welche doch niemals fest gehalten werden kann. Auch studierende Wirker arkaner Macht und Krieger, die sich der vollendeten Ausfeilung ihrer Kampfkünste verschrieben haben, folgen gwilith mit all ihrer Kraft und ihrem Können. Ein Vorwurf gegen diese edhil könnte sein, dass ihr Geist zu wenig in der Realität, zu sehr in der Zukunft weilt, die sie erschaffen wollen, dass sie die Verbindung zur Gegenwart allzu gern aufgeben würden für einen flüchtigen Augenblick der Zufriedenheit. Allzu oft scheint man dann etwas zu vergessen, was noch zu erledigen ist, träumt lieber und verliert sich in einem von vielen möglichen Gedanken und Wünschen. Wie auch der Frühling neues Leben erschafft, ist cae vor allem das Element der Neuerschaffung, des künstlerisch Inspirierten und der Leichtigkeit.
Farben des Elements gwilith sind blau in allen Tönen bis auf dunkelblau (als Sinnbild für die sich verändernde Luft), sonnengelb (Symbol der alles weckenden Sonne) und violett in allen möglichen Tönen (Symbol für Sonnenuntergang und Sonnenaufgang).
Grundcharaktereigenschaften eines der Luft folgenden Elfen sind Hinwendung zur Kunst an sich, Abgehobenheit von der Realität, eine daraus folgende Zerstreutheit und Schusseligkeit ist auch möglich, jedoch auch Liebe zur Schönheit, zur Perfektion und Beharrlichkeit, die Fähigkeit zu großen Opfern im Dienste dieser Vervollkommnung. Symboltiere des Elements gwilith sind der Adler und der Mustang.

Hüter der Elemente (berian)
Einige wenige unter den Elfen mag es geben, die sich der Gesamtheit aller vier Elemente verschrieben haben -die Hüter der Elemente, berian genannt. An jene wenden sich Elfen, die Rat in der Gegenwart zu finden versuchen, die sich irregeleitet durch ihr Element fühlen oder auch nur, um ein tief greifendes Gespräch um über den Kreislauf des Lebens zu führen, daraus neue Erkenntnisse zu ziehen. Die berian der edhil sind den Priestern der Menschen wohl am nähesten in der Definition, da sie eine gewisse "Seelsorge" betreiben und jungen Elfen in den drängenden Fragen der persönlichen Ausrichtung und bei Schwierigkeiten mit der Gemeinschaft beistehen. Auch ältere Elfen suchen die Nähe der berian, wenn es darum geht, die Wege des Hauses oder der Familie in Übereinstimmung mit den Elementen zu wählen, selbst ein aran wird sich bei Entscheidungen, welche das gesamte Volk, welches er mit der rien zu führen hat, gern auf den Rat eines berian stützen. Vielleicht ist das Leben als berian einer der größten Balanceakte überhaupt - stetig den Mittelweg zwischen vier verschiedenen Elementen zu finden und jenes zu leben, ist auf die Dauer mühsam und zehrt an der eigenen Kraft wie nichts sonst, sehr oft suchen sich beryn beiden Geschlechts daher einen Partner, der ihnen Sorgen abnehmen kann und den Alltag erleichtert.
"Götterdienste" sind für einen berian vor allem in Handlungen, die jedem einzelnen Element entsprechen und im Gedenken an jenes vollbracht werden, zu finden, sei es in der Reinigung einer verschmutzten Quelle für nen, im Entzünden eines Freudenfeuers auf einem großen Fest für naur, dem Pflanzen neuer Bäume nahe einer neu erbauten Stadt für cae oder in der Aufzucht eines verletzt gefundenen Adlerjungen für gwilith.

Magie der Hochelfen

Durchtränkt ist das ganze Wesen der edhil mit Magie, kaum gibt es etwas, was sie schaffen, das dieser Magie entbehrt. Die weisesten und ältesten unter ihnen sprechen davon, dass die Seele eines edhil eng an die der Welt innewohnende Magie gebunden ist, und so auch ein langes Leben möglich ist, wie es die Hochelfen führen. Einige unter ihnen sind jedoch mehr mit der Gabe gesegnet, diesen Fluss magischer Energie zu formen, als andere, und frühzeitig wird diese Begabung im Leben eines Hochelfen erkannt und mit Sorgfalt geformt, zuerst zumeist im Kreise anderer junger Elfen und unter strenger Aufsicht speziell dafür ausgebildeter Lehrer, bis die Elfen gelernt haben, ihre Gabe zu kontrollieren und zu beherrschen; später dann in einer Akademie der gyllor oder, in kleineren Elfenstädten, beim ithron des eigenen Hauses oder einem anderen gollor, der demselben Element nachfolgt wie der junge Elf selbst.
Die Jahre des grundlegenden Studiums der Magie ist auch mit Unterweisungen über die Kreisläufe durch einen berian verbunden, da die Hochelfen der Ansicht nachhängen, man müsse zuerst etwas genau kennen, bevor man versucht, es zu benutzen oder zu verändern. Meist erstreckt sich eine solche Ausbildung bis zum hundertsten Lebensjahr eines edhil, der sich schließlich nach einer eingehenden Prüfung durch den ithron als freier gollor bezeichnen darf.
Verschiedene Wege der Magie sind den jungen Elfen möglich, hat man sich jedoch einmal für einen Weg entschieden, muss jener auch konsequent verfolgt werden, von allen anderen Wegen sind daher nur grundlegende Kenntnisse vermittelt. Jeder der vier Wege ist einem der Elemente verwoben, und so erstaunt es wenig, wenn junge Elfen, die sich schon zu einem Element zugehörig fühlen, den passenden Weg dazu wählen.

Wasser - Bewegungs- und Schutzmagie
Erde - Heilungsmagie
Feuer - Kampfmagie
Luft - Beschwörungs- und Verwandlungsmagie

Im Kampf und tägliches Leben

Viele Sagen berichten von den Hochelfen, als wären sie den Göttern ähnlich oder zumindest mit deren Allmacht gesegnet, indes, was die Übertreibung mancher Jahrhunderte aus den Tatsachen macht, entspricht diesen schon längst nicht mehr. Das Alltagsleben der Elfen unterscheidet sich wenig von dem der Menschen, ein jeder mag wohl seiner Bestimmung nachgehen, wie es andere Völker auch tun und immer getan haben. Ein gollor widmet sich seinen Studien und der praktischen Anwendung derselben, der berian kümmert sich um jene, die seiner Hilfe bedürfen, eine maethor zieht gemeinsam mit anderen aus, um einige marodierende Orken in deren Land zurückzutreiben und wieder andere edhil kümmern sich um die Erziehung ihrer Kinder oder die Pferdezucht. Im Allgemeinen geht das Miteinander unter den Elfen friedlich vonstatten, Streit wird zumeist von den Älteren zu schlichten versucht, gibt es keine offensichtliche und gangbare Lösung, entscheidet unter Kriegern ein Duell den Streit, unter gyllor die Ausübung eines besonderen Zaubers.

Kampfverhalten

In der Feldschlacht erscheinen die Hochelfen als Einheit, welche bereitwillig und akkurat den Befehlen ihrer Führenden Folge leisten, es wird selten bis nie geschehen, dass eine Entscheidung in Frage gestellt wird. Prächtige Farben tragend und bewehrt mit glänzender, sehr sauber gefertigter Rüstung erscheinen die Elfen oftmals, als kämen sie nur zur Repräsentation, doch wer einmal die mit Präzision und Sachverstand geführten Klingen der edhil gespürt hat, wird sich wünschen, diesen nicht wieder als Feind zu begegnen. Grundsätzlich jedoch weichen die Hochelfen einem Kampf, der ohne erkennbares Ziel wogen zu scheint, eher aus, da sie davor zurückschrecken, Leben unnötigerweise zu nehmen oder sich für vergängliche Güter verletzen zu lassen. So es aber der Gemeinschaft der Elfen richtig erscheint, einen Kampf zu beginnen, greifen die maethyr geschlossen und mit entschlossener Härte an, um dem Kampf ein möglichst schnelles Ende zu bereiten und nicht mehr Schmerz als notwendig unter andere Lebewesen zu bringen. Besonders gerühmt werden hierbei die Fähigkeiten der edhil mit ihren Bögen, die auf der gesamten alten Welt nur in den lindil ihresgleichen finden.

Feste als Grundbestandteil der Kultur
Nicht nur um naur zu ehren, kommen die Elfen gern zu Feierlichkeiten zusammen, es liegt in ihrem Wesen verankert, die Feste und Feiern zu lieben, die ihnen gestatten, sich einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen und dieses Gefühl mit anderen zu teilen. Gern wird hierbei auch neben Spielen oder Ringkämpfen zur Erbauung der Zuschauer zu späterer Stunde ein gemeinschaftliches Liebesspiel daraus, so sich die edhil sehr nahe und vertraut sind, was bei kleineren Gemeinschaften durchaus normal ist. Doch es wird auch einfach nur miteinander gesungen und Geschichten als früheren Zeiten erzählt und weitergegeben, gut gespeist und getrunken, man erfreut sich sehr gern an den angenehmen Dingen des Lebens.
Hier finden auch die Häuser den Kontakt miteinander, sind diese doch sonst meist eher untereinander unterwegs und teilen sich die täglichen Aufgaben innerhalb des Hauses. Sehr gebräuchlich sind Feiern zum Jahreszeitenwechsel oder in Erinnerung an siegreich gewonnene Schlachten.

Der Seher - cenedril
Wie man das Wissen der Vergangenheit bewahrt und mehrt, ist auch das Wissen über die Zukunft von grossem Interesse für die edhil - oftmals lassen sich schlimme Ereignisse so abfangen oder dämpfen, dass ein mögliches Verderben schwächer auf das Volk herabkommt. Ein cenedril ist das Bindeglied zwischen allen Zeiten, vermittelt die Erkenntnisse seiner Wachträume zumeist den Führenden des Volkes, um diesen bei Entscheidungen wie auch ein berian beizustehen. Vor jeder grösseren Schlacht wird der cenedril befragt, doch auch Verbindungen zwischen den Häusern, einer gemeinsamen Unternehmung oder bei der Geburt eines Elfenkindes wird ein Seher befragt. Wenige junge Elfen werden noch mit der Gabe des Sehens geboren, es scheint, als verlöre die alte Linie des Blutes mehr und mehr an Kraft, in die Zukunft blicken zu können, selbst heute ist es für die wenigen verbliebenen cenedril schwer, einen eindeutigen Ausblick zu erlangen.
Oftmals ziehen sich die cenedril von der Gemeinschaft zurück, um durch nichts in ihrer doppelten Wahrnehmung gestört zu werden, in fast jeder Elfenstadt gibt es einen besonderen Turm, in dem ein silbernes Wasserbecken für die Vorhersage und das Lehren junger Elfen in der Seherkunst aufgebaut ist. Es ist üblich, dass ein Seher einen einzigen Schüler ausbildet, dem er alles Wissen, welches er über viele Sommer hinweg erkundet hat, weitergibt. Solch ein Schüler muss jedoch sehr weise gewählt werden, damit das Wissen nicht vergeudet, oder schlimmer noch, in schlechter Absicht verwendet wird.

Liebe und Nachkommen

Als alte Rasse leiden die Hochelfen besonders unter ihrer geringen Nachkommenschaft, im Laufe der Jahrtausende sind durch Kriege und eine gestiegene Lebenserwartung des einzelnen die Schwierigkeiten, Nachwuchs zu zeugen, eher noch gewachsen. Als die Verbindung zu den Ältesten, den ersten Elfen der damals noch vereinten Völker, durch deren Gang ins Licht abriss, versiegte auch die Kraft der Hochelfen, wahllos Nachkommen zu zeugen. Nur im Seelenbund ist es heute noch möglich, der Welt ein neues Licht zu schenken, ein Bund, der beiden Partnern absolute Nähe gestattet, ihnen aber auch ein schweres und schreckliches Opfer abverlangen kann.

Oftmals erscheinen Hochelfen auf andere Völker als sehr distanziert, aber untereinander verliert sich diese Abwendung sehr schnell. Necken, auch gern einmal auf Kosten eines anderen gehende Späße und ein freundlicher Umgangston bestimmen das Miteinander unter den Elfen. Einige mögen natürlich diesen Kindereien abgeneigt sein, aber eine derart ernste Grundeinstellung ist selten und wird über die Jahre zumeist auch gern wieder aufgegeben. Wenn zwei Elfen sich ineinander verlieben, verbringen sie oftmals mehr Zeit miteinander als mit anderen, doch kommt die Gemeinschaft dabei niemals zu kurz, man schaut doch noch danach, ein Miteinander zu haben anstatt mehreren kleinen Grüppchen, die eher zufällig in derselben Stadt wohnen, wie es bei Menschen üblicher wäre. Teil dieser Hinwendung zur Gemeinschaft ist es auch, das Geschenk der körperlichen Liebe freundschaftlich und ohne Eifersucht zu teilen, eine Tradition, welche, wie die älteren Elfen stets behaupten, noch aus den Tagen der ersten Elfen entstammt. Auch die Vorliebe der edhil für Feste und Feiern formt die Gemeinschaft, lässt aber genauso Freiraum für Paare, sich miteinander zu beschäftigen.

Aus all jenen schönen, gemeinsam verbrachten Stunden kann jedoch erst ein Leben entstehen, wenn zwei Seelen zueinander finden und in tiefster Erkenntnis des Herzens der Wunsch und der Wille übereinkommen, ein Kind zu zeugen und für dieses Schutz und Schild zu sein, bis es sich selbst schützen kann. Folge einer solchen Seelenverschmelzung ist es, dass die beiden Partner ein Gefühl für den anderen entwickeln, das ihnen zuverlässig mitzuteilen weiß, wie sich der andere gerade fühlt, ob ihn schwere Sorgen drücken oder ihm gar Gefahr droht. Für Fremde, die keinen Einblick in eine so verwobene Gefühlswelt haben, erscheint die Erkenntnis, welche beide teilen, fast wie eine Gedankensprache, jedoch werden in diesem Bund nur Emotionen wirklich zuverlässig übermittelt. Beide Elfenseelen sind einander so nahe, dass im Falle des Todes eines Partners der zweite nach nur kurzer Zeit in das Licht folgt, um den verlorenen Teil der eigenen Seele wiederzuerlangen. Ohne den Partner kann kein Teil einer Seelenverschmelzung existieren, selbst wenn dadurch riskiert wird, dass ihre Nachkommen ohne die Eltern aufwachsen müssen.

Kinder nehmen in der elfischen Gesellschaft eine besondere Stellung ein, da die Geburt von elfischem Nachwuchs sehr selten und dementsprechend wichtig ist. Jedes Mitglied der Gemeinschaft wird vor allem darauf achten, im Kriegsfalle die Kinder zu schützen oder versuchen, Unheil welcher Form auch immer von ihnen abzuwenden. Mehr als alle anderen Völker wissen die Hochelfen, dass ihre Rasse durch schwindende Nachkommenschaft vor dem Untergang steht, und so wird jedes neue Leben besonders bewahrt. Nichts desto trotz müssen auch elfische Kinder die Sitten und Gebräuche ihrer Kultur erlernen und werden meist ihrer Begabung entsprechend von Kindesbeinen an ausgebildet. Mit Erreichen des achtzigsten Lebensjahres an gilt ein Elfenkind als erwachsen und ist für die Tragweite seiner Handlungen selbst verantwortlich.

Sitten

Einige besondere Bräuche sind den edhil zu Eigen, welche sich von den Handlungen anderer Völker weit unterscheiden. Einige dieser Bräuche sollen hier vorgestellt werden.

Der silberne Pfeil
Das Leben ist den Hochelfen wichtig und wird immer mit besonderem Respekt behandelt. So ist es auch etwas Besonderes, einem Hochelfen aus Todesgefahr heraus das Leben zu retten - ein unlösbares Band zwischen dem Retter und dem Erretteten entsteht, welches durch das Geschenk eines Pfeiles, fein gefertigt aus bestem Silber, besiegelt wird.
Oftmals sind daraus Freundschaften für eine lange Lebenszeit entstanden, zumindest aber wird der Hochelf versuchen, diese Schuld seines eigenen Lebens durch die Hilfe für den Retter in einer ebenso gefährlichen Situation auszugleichen - rettet der einstig Errettete seinem damaligen Retter das Leben, ist alle Schuld erloschen, der silberne Pfeil verliert seine Gültigkeit und muss zurückgegeben werden. So gut wie unmöglich ist es, zwei solcher Pfeile zu erlangen, sind die edhil, welche einen Pfeil schenken mussten, besonders vorsichtig und umsichtig mit ihrem eigenen Leben. Ein Elf, der nach einer Lebensrettung keinen silbernen Pfeil vergibt, wird von den anderen, so es ruchbar wird, als Verr&äter an den überlieferten Sitten gemieden werden.

Das rote Band
Wie auch der silberne Pfeil ist das rote Band mit der Auffassung der edhil zum Leben verbunden. Nichts ist einem Hochelfen wichtiger als das Leben anderer seines Volkes, und so ist ein Elf, der am Tode eines anderen schuld ist, mehr als alles andere der Verdammung nahe. Man meidet ihn in der Gemeinschaft, flieht seine Nähe und schließlich wird ihm von der Gemeinschaft der anderen edhil ein scharlachrotes Band übergeben, welches den Ausschluss aus ihrer Mitte bedeutet.
Für einen Hochelfen ist die Verdammung aufgrund eines Mordes oder eines durch ihn verschuldeten Todes fast so schlimm wie ein Todesurteil über ihn selbst, da er mit einem Male alles verliert, was er an seinem Leben zu schätzen gelernt hat: Das Leben in der Familie, die Feste, seine gewohnte Umgebung. Aus jeder Elfenstadt wird ein solcher Hochelf verbannt sein und darf sie nicht mehr betreten - er weiß, dass sein Leben verwirkt ist, sollte er versuchen, zurückzukehren. Sichtbar muss das rote Band getragen werden, meist als Haarband oder als Band um einen der Oberarme, ein Schandmal, das die ganze Schuld des jeweiligen Elfen offenbart.

Der "alte Weg"
Die edhil als altes Volk mit vielen Wurzeln in weiter Vergangenheit sind oftmals sehr mit den Traditionen und Überlieferungen ihrer Ahnen verhaftet. Noch immer gibt es einzelne Elfen, welche konsequent versuchen, die alten Werte und Wege zu gehen. Viele Handlungen dieser eher traditionalistisch oder konservativ zu nennenden Lebensauffassung richten sich auf die Bewahrung der persönlichen Ehre oder der Ehre des eigenen Volkes/ Hauses, viele Krieger und auch an ihre Kunst gebundene Handwerker tendieren eher zum alten Weg, der die Gemeinschaft der Elfen beschwört und eine Distanz zu allen anderen Rassen fördert. Zweckbündnisse sind sicherlich durchaus denkbar, aber im Grunde sind jene Elfen davon überzeugt, dass die Hochelfen noch immer als Rasse groß und mächtig sind wie einst und somit auch ihre Angelegenheiten selbst regeln können.
Bedingungslose Treue zeichnet die Freundschaften der Elfen des alten Weges untereinander aus, wird man zu Hilfe gerufen, leistet man dem so schnell wie möglich Folge, ohne zuerst den eigenen Vorteil zu bedenken. Davon profitiert vor allem die feste Struktur von Hochelfenhäusern, die durch eine solche Treue gestützt wird. Wer sich jedoch einen Elfen des alten Weges zum Feind macht, hat diesen Feind für immer und muss damit rechnen, auch durch andere Elfen diese Feindschaft deutlich zu erfahren.
Untereinander teilen die Elfen des alten Weges so gut wie alles - man schenkt einander gern Kleinigkeiten, um andere zu erfreuen, oder man teilt auch das Lager mit einander, wenn man gerade den Wunsch danach hat. Persönlicher Besitz ist bis auf eine Rüstung, ob nun aus Metall oder Leder, die in der Familie von den Eltern auf die Kinder vererbt wird und somit als Träger der Ahnenseelen gilt, und die selbst benutzten Waffen oder im Falle von Handwerkern Werkzeuge, im Falle von arkanen Wirkern ihren Lehrbüchern und Kampfstäben, unüblich; was ein Edhil im Laufe seines Lebens an Reichtümern findet oder für sein Haus sammelt, wird er großzügig jenen geben, die dessen bedürfen.
Dennoch, diese Rückbesinnung auf die alten Traditionen macht die Edhil ab und an unflexibel, man verliert sich leicht in der Notwendigkeit, in einer sich stetig wandelnden Welt ständig an Werten festhalten zu müssen, die schon viele Jahrhunderte überdauert haben.

Der "neue Weg"
Der neuen Zeit, einer Welt mit Menschen und anderen jüngeren Völkern angepasst, ist der neue Weg, den meistens jüngere Edhil beschreiten, um sich ein wenig mehr der Welt zu öffnen und der weitgehenden Zurückhaltung jener des alten Wegs entgegenzutreten. So sind es auch die Elfen des neuen Weges, welche Handelsbeziehungen mit anderen Völkern oder auch weitergehende Freundschaften selbst zu Menschen pflegen. Zumeist sind diese Elfen auch jene, die mehr auf Reisen anzutreffen sind und sich eher unter andere Völker begeben, um auch deren Sitten kennen zu lernen. In einigen Dingen scheinen die Hochelfen auch von außen beeinflusst, neigen sie doch bei ihren persönlichen Besitztümern sehr viel eher dazu, diese im Verschlossenen zu hüten und sich eine größere Menge an Besitz anzuhäufen. Auch bei der Wahl ihrer Gefährten bilden die Elfen des neuen Weges einer der Menschenehe ähnliche Paarbeziehungen, aus welchen durchaus Eifersucht resultieren kann, wenn einer der Partner die Tradition der freieren Liebe mit einem anderen Elfen ausübt.
Anpassungsfähig und eloquent darin, sich mit anderen zu verständigen, entstammen die meisten Diplomaten der edhil aus Kreisen des neuen Weges, ebenso Händler und oftmals auch arkane Wirker, die versuchen, die alte Lehre von den Elementen durch Erkenntnisse anderer Völker zu verstärken und sich so weitergehend zu bilden. Es scheint, als würden die Edhil des neuen Weges sehr viel leichter Freundschaften schließen, aber sie sind nicht in jener bedingungslosen, tiefen Treue verhaftet, wie es seit den Ahnen überliefert wurde, gesellschaftlich ist die Struktur hier fließender und dehnbarer. Würde ein Elf des alten Weges einen Halbelfen verdammen und meiden, könnte zwischen einem solchen "Bastard des reinen Blutes" und einem Elfen des neuen Weges durchaus ein Austausch stattfinden, was allerdings durch traditionsbewusstere Elfen mit sehr viel Vorsicht betrachtet werden wird.
Zumeist entstehen Spannungen zwischen den beiden Wegen vor allem dadurch, dass beide Gruppierungen versuchen, von der Richtigkeit der jeweiligen Argumente überzeugt, einen gemeinsamen Weg zu finden. Auch sollte sich ein Elf des neuen Weges immer bewusst sein, dass eine zu weite Abkehr von den Werten seines Volkes die Gemeinschaft auch zur Spaltung führen könnte.

Sprache

Vieles an den Hochelfen mag an die Elben erinnern, welche einst von J.R.R. Tolkien erfunden wurden, so hat sich auch eingebürgert, den Hochelfen die fließenden, klingenden Worte des bei jenen gebräuchlichen Sindarin auf die Zunge zu legen. Einige Grundbegriffe seien hier zum schnellen Einstieg genannt, wer sich weiter informieren möchte, findet in der Linksektion dieses Guides einige Links zu Sindarin und dem Erlernen der Sprache.

Grußformeln

mae govannen (Sei gegrüsst. höfliche, formelle Begrüssung)
alae (Grüss' dich. eher saloppe, freundschaftliche Begrüssung)

atenio (Auf bald. eher freundschaftliche Verabschiedung)
namarie (Lebe wohl. höfliche, formelle Verabschiedung)

Allgemeine Unterhaltung

law, ma (Nein, nicht.)
mae (ja, gut, einverstanden)
van mathach? (Wie fühlst du dich?)
van pennich? (Was sagtest du?)
hannad (Danke.)
amma? (Warum?)
noryn? (Gehen wir?)
ma? (Was?)
im ring/laug (Mir ist warm/ kalt.)
lugin (Ich habe Hunger.)
alae mellon (mellyn) nin! (Sei(d) gegrüt mein(e) Freund(e)!)

Rang-/ Berufsbezeichnungen

cunn (Prinz)
aran (König)
rien (Königin)
gollor (Magier)
cenedril (wörtl. Spiegel, hier: Seher)
maethor (Krieger)
maenor (Handwerker)
tirithon (Hauptmann)
glinnar (Barde/ Sänger)

Allgemeine Begriffe

gwador/ gwathel (Bruder/ Schwester)
mellon/ mellyn (Freund/ Freunde)
benn/ binn (Mann/ Männer)
bess/ biss (Frau/ Frauen)
gwend/ gwind (Jungfrau/ Jungfrauen)
hên/ hîn (Kind/ Kinder)

roch/ rych (Pferd/ Pferde)
thoss (Armee)
caras/ cerais (Stadt/ Städte)
hîd (Versammlung)
thamas (Versammlungshalle)
dagor/ degyr (Kampf/ Kämpfe)
auth/ oeth (Krieg/ Kriege)
sîdh (Frieden)
cû/ cy (Bogen/ Bögen)
magol/ meigol (Schwert/ Schwerter)

edhel (eledhel)/ edhil (Elf/ Elfen - im Sinne von "Hochelf")
lindel/ lindil (Waldelf/ Waldelfen)
adan/ edain (Mensch/ Menschen)
morben/ morbin (Dunkelelf/ Dunkelelfen)
orch/ yrch (Ork/ Orken)
nogoth/ negyth (Zwerg/ Zwerge)
fir/ fair (Sterblicher/ Sterbliche)

naur/ nen/ cae/ gwilith (Feuer/ Wasser/ Erde/ Luft)

Empfindungen

meleth (Liebe)
mael (Begierde/ Lust)
daedelos (Angst/ Erschrecken)
delos (Widerwille)
gruith (Zorn/ Wut)
mîl (Zuneigung)
trass (Zweifel)

 

Links

Zur Sprache Sindarin:

www.sindarin.de
Umfangreiche Wortlisten und Grunderklärungen zur Sprache, auch zum Download (Deutsch)

http://www.uib.no/People/hnohf/sindarin.htm
Fast wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Sprache Sindarin als geformter, nicht gewachsener Sprache. (Englisch)

http://www.sindarin-kurs.de/index_grafik.htm
Wer gerne schnell und einfach erklärt die Grundbegriffe von Sindarin und der Grammatik lernen möchte, ist mit diesem Kurs bestens bedient. Einzelne Lektionen stehen auch zum Download bereit (Deutsch)

http://dombach.florian.bei.t-online.de/index.htm
Seite mit durch den Autor selbstverfasster Sindarin- Lyrik sowie Betrachtungen zur elfischen Schrift in Tolkiens "Herr der Ringe"

Zu Elfen allgemein:

http://www.grs-gorbi.de/forum/main.php
Verschiedene Foren zum Thema Elfen.

http://www.elendil.de
Geschichten und Texte nicht nur über Elfen

http://www.elfenwelt.de
Vornehmlich auf Fan-Art und Fan-Fiction zu "ElfQuest" ausgelegt, jedoch finden sich hier auch andersartige Elfenbilder und -geschichten

Anmeldung

Wie komme ich zu meinem Elfen, zu meiner Elfe?
Diese Frage soll folgender Abschnitt zu beantworten versuchen. Grundsätzlich sollte sich jeder Möchtegern-Elfenspieler in diesem Guide hier informieren und sich dann überlegen, in welche Richtung er die Entwicklung seines Charakters gestalten möchte - ob es eine stolze Elfenmagierin werden soll, ein in die Musik verliebter Elfenbarde oder vielleicht ein Krieger, der selbstbewusst und stolz den "alten Weg" in einer neuen Welt zu beschreiten versucht?
Bei vielen Anmeldungen bekomme ich eine schön zu lesende Geschichte geschickt, die zwar von einigen Geschehnissen rund um den Charakter handelt, welche über den jeweiligen Charakter aber nur unzureichend informiert. Die Grund- Charakterzüge sowie Vorlieben und Abneigungen sollten in einer Anmeldung ebenso enthalten sein wie das allgemeine Verhalten des Elfen zu anderen Elfen und den verschiedenen Rassen, welche hier auf OW vertreten sind. Nicht die Länge der Geschichte ist entscheidend, sondern der Informationsgehalt, ob man sich als vollkommen Fremder nach dem Lesen der Geschichte den Elf plastisch und als Persönlichkeit vorstellen kann oder nicht.

Der einfachste Weg, sich einen Charakter zu konzipieren, besteht darin, zu einem großen Vorteil oder einer großen Charakterstärke gleichzeitig auch einen ausgleichenden Nachteil oder eine Charakterschwäche auszuwählen - ebenso wie kleine Vorlieben des Elfen, welche sich auf bevorzugte Rüstungen, vielleicht ein Lieblingsessen oder ähnliche kleine Details beziehen, welche einen Charakter aus einer Masse hervorstechen lassen. Gleichsam sollte die Geschichte auch zeigen, dass sich der Spieler/die Spielerin mit den örtlichen Gegebenheiten auf OW und der elfischen Kultur sowie der Sprache vertraut gemacht hat, daneben sollte im Text auch klar beschrieben sein, welchem der beiden Wege und welchem Element sich der Elf zugehörig fühlt, welches seine bisherigen Erfahrungen mit anderen Rassen sind und wie er diese resultierend bewertet.
Nichts zu suchen haben in Anmeldungsgeschichten Dinge wie das Passwort des Spieleraccounts, Skillwerte, die anderen gespielten Charaktere auf dem Server (die kann ich sowieso nachschauen *schmunzelt*) oder die ewig gleiche Zusammenfassung á la "Ich bin ein Elfenprinz aus einem verflossenen Königreich, dessen Eltern von Orks gemetzelt wurden und der nun versucht, mit seinem magischen Schwert die Welt zu retten."
Das liest sich sicher alles sehr schön, aber die Welt wäre doch sehr langweilig, bestünde sie nur aus weltrettenden, Zauberschwerttragenden Elfenprinzen aus verflossenen Königreichen ...

Einen fertigen Text bitte ich per PM im Forum an 'Caerys' zu schicken, mit Angabe des Accountnamens und wenn möglich auch eines Grundes, warum man einen Hochelfen spielen möchte. Ich antworte grundsätzlich so schnell es mir möglich ist, und in dieser Antwortmail findet ihr dann das weitere Procedere oder Anmerkungen zur Charaktergeschichte, sollten noch Fragen offen geblieben sein.

Atenio und viel Spass noch,

GM Caerys, RB Elfen