Noravin
Auch: Angrosh (Zwerge), Herr der Berge, Meister der Hämmer
Aufgabenbereich: Handwerk, Handel, Kunst, Fleiß
Charakteristik: strebsam, unbeirrbar, stur, geduldig, arrogant, stolz, zuverlässig
Symbole/Farben: grau, Mytheril, Hammer und Amboss, Werkzeug, Berg
Stetes Streben, tägliche Arbeit, Fleiß und Beharrlichkeit. Seit Anbeginn der Zeit sind dies Tugenden, die zum Erfolg und zum Glück führen. So war es Noravin, der die Welt bearbeitete, der ihr Höhen und Tiefen, Berge und Täler gab. Von gleichem Fleiße wie er selbst es war sollen jene sein, die seinem Pfad folgen und in Handwerk oder im Handel Großes erreichen oder zumindest ihren Lebensunterhalt zu verdienen suchen. Der Herr der Berge lässt verkünden, dass nur derjenige, der sich große Ziele setzt, auch die Möglichkeit hat, etwas zu erreichen. Dieser Faden zieht sich durch die gesamte Kirche, die großteils mit sich selbst und ihrem Handwerk, jedoch sehr wenig mit anderen Kirchen oder sonstigen profanen Belangen beschäftigt ist.
Im Kreislauf des Lebens, der mit Ariatha beginnt und mit Yespha endet, nimmt Noravin den Mittelteil ein, der eine Weiterentwicklung, ein stetes Lernen und Sammeln von Erfahrung, ein ewiges Streben nach gewissen Zielen umfasst. Der Meister der Hämmer schätzt es, wenn jemand Ziele und Wünsche unnachgiebig verfolgt, zu seinen Werken steht und sich stetig um eine Verbesserung seiner Fertigkeiten bemüht. Die eher geringe Zahl an Geistlichen in seinem Dienste sind bemüht, die Wunder seines Werkes anzupreisen, dieses zu verbreiten und den Handwerkern der Welt unter die Arme zu greifen, so dies möglich ist. Teilnahme in Zünften, Segnung von Werkstücken und dergleichen stellen keine Seltenheit dar. Der Gott selbst ist geduldig, erst wenn das Streben der seinen deutlich gestört wird, kann man seinen Zorn heraufbeschwören.
Gläubige des Herrn der Berge sind – wie könnte es anders sein – Handwerker, Händler und Künstler, jedoch auch einige andere Menschen, die an sich arbeiten und ständige Weiterentwicklung wie auch den nötigen Fleiß als ihre Ideale ansehen. Unter Menschen besitzt Noravins Kirche lediglich Priester, da es keine Kriege zu führen und keine Schlachten zu bewältigen gilt.
Unter dem Zwergenvolk, dort als Angrosh verehrt, genießt der Herr der Berge eine Sonderstellung, die ihn unter allen Göttern hervorhebt, was jedoch nicht bedeutet, dass die Zwerge nicht auch die Existenz anderer Götter verschiedener Völker für wahrscheinlich halten, diese jedoch nicht verehren. Angrosh ist nach ihrer Aussage der Gott des Feuers, des Erzes, der Schmiedekunst, des Handwerks, der unedlen und edlen Metalle, der Erde, des Bergbaus der Mechanik, der Baukunst, der Werkzeuge und Geräte und der Münzen. Die Zwerge sagen, dass das Feuer das Element des Lebens ist. Von Anbeginn der Zeit war da Angrosh, der in der Dunkelheit, in einer feuchten, unheimlichen Höhle an seinem göttlichem Feuer saß. Über ihm auf der Welt tummelte sich einiges an Getier und Monstern. Sie alle waren von ihm erschaffen um ihm Belustigung und Zeitvertreib zu verschaffen. Doch schnell sah er, das sich diese Lebewesen immer selbständiger machten. Immer wieder schmiedete er in seinem göttlichen Feuer neue Kreaturen, doch die Vielfalt der Arten brachte Chaos in die Natur. Und so überlegte er sich eine neue Kreatur zu schaffen. Aus göttlichem Feuer, seinem Blut, Erz, Stein und dem göttlichem Hauch des Lebens erschuf er so die Zwerge. Sie sollten Ordnung in die Welt bringen. Doch die Zwerge waren dem Chaos der Natur nicht gewachsen, sie hungerten, und fremdartige Wesen stellten ihnen nach. Doch Angrosh erkannte, dass er den Zwergen mehr geben musste und so gab er ihnen Werkzeuge und lehrte sie in dessen Gebrauch. Er gab ihnen das Feuer und zeigte ihnen wie man dieses nutzte um Metalle zu schmelzen und wie man es nutzte, Nahrung zu schaffen.
All dieses Wissen nutzen die Zwerge so gut sie konnten, dennoch waren sie vielen Wesen noch immer schutzlos ausgeliefert. Und so zeigte Ihnen Angrosh, wie sie Bergbau betreiben sollten und wie sie in den harten, schützenden Fels Heime graben konnten. So entwickelten sich die Zwerge immer weiter und wurden dem Chaos in der Natur bald Herr.
Ein Sprichwort der Zwerge lautet: "Die Welt ist nicht für Zwerge gemacht, aber mit dem Feuer des Angrosh, können die Zwerge die Welt nach ihrem Willen formen. Fleiss und Mut sind notwendig, um Künste auszuüben, die das Feuer dem Zwerge zum Untertane macht und mit dem er alles erreichen und erschaffen kann." Zur Belohnung, dass die Zwerge so fleißig waren, und Angrosh zu Stolz gereichten, schenkte er ihnen das "Heilige Metall", das Mytheril. Es gibt zwergische Paladine und Priester (Geoden genannt) des Angrosh.
Hiketaios
Ein halbgöttlicher Diener Noravins
Aufgabenbereich: Wissenssammlung, Beobachtung, Weisheit, Bewertung, Reisende
Wenn es unter den neutralen Göttern einen Gott gibt, der sich wahrhaftig aus allen Zwistigkeiten heraushält und nur beobachtet, was geschieht, dann trifft dies vor allem auf Hiketaios und seine stets rastlosen Jünger zu. Wo sich Welten verändern, Dinge sich wandeln oder auch Altbekanntes vorherrscht, während Neues um seinen Platz ringt, wird es stets auch ein beobachtendes Augenpaar geben, das versucht, diesen Entwicklungen Sinn und Wissen abzutrotzen, welches dann bewahrt wird, bis man es benötigt. Hiketaios als ein Bruder Noravins ist ein Beobachter, einer, der unter den Göttern wandelt, von ihnen lernt und Erkenntnissen nachforscht, doch ohne zu bewerten. Sowohl Licht als auch Dunkelheit betrachtet er gleichermaßen, und zieht sich dann wieder in seine grauen Schatten zurück, um das gewonnene Wissen zu wahren, es nicht mit jenen teilen zu müssen, die es vielleicht für die eigenen Zwecke einsetzen.
Die alte Weisheit 'Wo Licht ist, muss auch Schatten sein' ließe sich für Hiketaios folgendermaßen umschreiben: 'Wo Veränderung ist, muss auch Wissen sein' - und getreu diesem Wahlspruch ziehen jene, die sich die Diener des Hiketaios nennen, auf ihren stillen Pfaden über das Antlitz der Welt, um zu beobachten, aufzuschreiben und das, was sie erfahren haben, für nachfolgende Generationen zu bewahren. Die meisten Diener des Hiketaios sind geübte Schreiber und noch bessere Beobachter mit klarem, wachem Verstand, überhaupt scheint es, als bevorzuge der Gott bei der Wahl seiner Anhänger vor allem kluge und sensible Menschen, denen die Gabe gegeben ist, auch einfach zuzuhören und andere Menschen sprechen zu lassen, denn selbst zu sprechen. Stets auf der Suche nach einer neuen Erkenntnis, einer neuen Geschichte, sind die wahren Gläubigen des Hiketaios stets auf der Reise, und halten es niemals für lange Zeit an einem Ort aus.
Wenngleich es einige zentrale Tempel des Herrn des Wissens gibt, so sind sie doch eher selten, Schreine, deren Bewahrung den an ihnen vorbei reisenden Geweihten obliegt, sind viel häufiger aufzufinden und werden an allen möglichen Orten geschaffen, seien es die reichen Straßen einer Handelsstadt oder ein Elendsviertel, wo die Diener des Hiketaios durch ihr Wissen den Ärmsten helfend zur Hand gehen können, so dies benötigt wird. Kein Diener des Hiketaios wird einem Reisenden das Nachtlager verwehren, selbst wenn dies unter großer Gefahr für das eigene Leben geschieht, und oftmals werden die Geweihten als Helfer gerufen, wenn es gilt, seltene Krankheiten zu erkennen oder aber mit ihrem Wissen anderen zur Hand zu gehen. Dabei ist es jedoch entscheidend, dass den Geweihten nicht erlaubt ist, materiellen Besitz im Übermaß anzuhäufen, ihnen ist es geboten, ihr Wissen gegen Obdach oder neue Kleidung einzutauschen. Wo immer helfende Hände gesucht werden, findet sich bisweilen ein Diener des Hiketaios, um zu helfen und abermals neues zu lernen ...
Gläubige des Hiketaios sind meist Menschen, die fähig sind, ihre eigenen Bedürfnisse auf ein Mindesmaß zurückzudrängen, die ärmlich zu leben bereit sind und deren innere Rastlosigkeit sie die Ferne suchen lässt. Oftmals stammen die Geweihten des Gottes aus der ärmeren Gesellschaftsschicht, die das Wissen suchen, um sich aus den Ketten ihrer Herkunft zu befreien, aber auch Magier oder Gelehrte hängen diesem Glauben an, da sich dieser mit ihrem täglichen Werk am ehesten vereinen lässt.