Orkenwinde
„Ja die Orkenwinde … ein kleiner Fluss. Betrachtet man ihn auf einer Karte, so erscheint er klein und unbedeutend. Das war er nicht immer.
Ihr wisst sicher, dass nördlich dieses Flusses die Graslande der Orks beginnen. Heute sind sie nicht mehr so zahlreich, aber einst drangsalierten diese Bastarde nahezu ganz Nivenor.
Vor den Toren von Breitenstein tobten regelmäßig Kämpfe. Sie plünderten die Höfe, brandschatzten und versuchten sich gar an den stolzen Mauern der Stadt.
Eines Tages gelang es einer Streitmacht sie zurück zu drängen. Alles schien endlich ein gutes Ende zu nehmen. Doch an der Orkenwinde kam es zur Schlacht.
Ja ich sage Euch, dieser kleine Fluss ist mehr als es den Anschein hat. Wir wähnten uns schon als die sicheren Sieger, die Orkse zurückgedrängt und scheinbar am Ende. Doch es sollte anders kommen. Die Schlacht tobte drei Tage und drei Nächte. Wir konnten sie nicht niederringen. In dem kleinen Waldstück an der Flussmündung starben so viele. Der Fluss war gefärbt vom Blut von Orks und Menschen…. Seither griffen sie uns nie mehr so offen an, doch wir zahlten einen hohen Preis in jenen Tagen.
Ich war nie wieder dort und ich würde jedem raten, diesen Ort zu meiden. Er liegt zu nah an den Stammesgebieten der Orks. Und es haftet keine gute Erinnerung aus diesem Boden. Still soll es heute dort sein … still wie auf einem Friedhof und die Bäume und die Tiere sollen schweigen aus Trauer um die Toten dieser Tage. Ich glaube das nicht. Wenn du mich fragst schweigen die Tiere, weil sie sich vor der Gier dieser Bestien fürchten …“
- aus den Erzählungen eines alten, durstigen Veteranen.