Inhalt
- Die Waldelfen
- Erscheinungsbild der Waldelfen
- Erscheinungsbild der Waldelfen
- Kultur der Waldelfen
- Die Sala
- Waldelfische Namensgebung
- Das Salasandra
- Die beiden Ur-Sippen
- Der Elfenbogen und persönliche Waffen
- Verhalten zu anderen Völkern
- Magie der Waldelfen
- Das tägliche Leben
- Kampfverhalten
- Feste feiern, wie sie fallen
- Berbo'iama - der Baumfreund
- Liebe und Nachkommen
- Die Sprache der Waldelfen
- Verweise
- Anmeldung
Die Waldelfen
Viele Spieler denken beim Wort Waldelf vor allem an eines: Ein Elf, der im Wald lebt, den Wald liebt und auch sonst nicht viel anderes macht, als im Wald zu sitzen und ab und an etwas zu jagen. Dass eine solche Rolle aber viel mehr sein kann als nur diese Klischees abzuarbeiten, soll euch der folgende Rassenguide beweisen, doch vor allem liegt es bei den Spielerinnen und Spielern eines Waldelfen, aus ihrem Waldwesen ein Individuum zu formen und es so vielseitig und interessant zu gestalten wie manch ein anderer seinen menschlichen Spielcharakter ausformt. Zudem soll auch für alle Spieler mit bereits vorhandenem Waldelfencharakter eine kleine Hilfe für Spielmöglichkeiten gegeben werden, wie man in die wachsende Gemeinschaft noch mehr Farbigkeit hinein bringen könnte.
Erscheinungsbild der Waldelfen
Rüstung und Waffen
Da die waldelfische Lebensform auf der Jagd und dem häufigen Aufenthalt im Wald und im Freien basiert, verlässt kaum ein Elf ohne seine Waffen oder zumindest eine rudimentäre Rüstung. Jeder Jäger trägt den persönlichen yar, seinen Bogen, mit sich, dazu einen Köcher mit oftmals selbst gefertigten Pfeilen, daneben ein Jagdmesser zum aufbrechen und häuten der Jagdbeute. Die Rüstungen eines waldelfischen Jägers oder Kriegers besteht zumeist aus Leder, das ohne Nieten getragen wird und rein aus Naturstoffen gefertigt wurde. Selbst Krieger verwenden im Kampf mit Klingenwaffen ausschließlich Lederschilde, da ihnen der nähere und zu häufige Kontakt mit Eisen oder anderen Metallen zuwider ist, oftmals besitzen die jüngeren Jäger auch einen Dolch aus Bernstein oder ein aus dem Knochen eines Tiers geschnitztes Messer. Wie auch Hochelfen verzichten Waldelfen auf das Tragen von Helmen, zum einen, da man diese ohnehin aus Leder nur schlecht fertigen kann, zum anderen, weil ihnen das Verdecken ihrer für die Jagd so wichtigen Ohren als sehr unangenehm erscheint.
Magisch begabte Waldelfen tun es bei der Wahl der Kleidung den Jäger gleich, selten sieht man sie ohne das schützende Leder verschiedenster Tiere und erlegter Monster, wenngleich drachisches Leder ob seiner Härte und Schutzwirkung besonders gefragt scheint. Auch die magisch Begabten verzichten auf die Beeinträchtigung ihrer Fähigkeiten durch Nietenbesetzte Rüstungen, da es für sie eine besondere Belastung bedeuten würde, sich mit Metall am Körper plagen zu müssen. Zur Selbstverteidigung dienen hier Dolche aus Knochen oder Stäbe aus dem Holz befreundeter Bäume.
Kleidung und Schmuck
In der sala oder auch in der unmittelbaren Nähe ihrer sala verzichten die Waldelfen oft auf die allzu bedeckenden Ledersachen und zeigen sich so, wie die Natur sie geschaffen hat - nackt oder mit nur Ledenschurz und Brusttuch (bei Elfinnen) bekleidet. Das Lieblingsmaterial für Kleidung von Waldelfen ist der Bausch, welches sich auch bei sehr knappen Schnitten als sehr strapazierfähig erwiesen hat und, als Umhang oder Übergewand getragen, wasserdicht ist und den Körper vor den Launen der Natur zu beschützen weiß.
Dennoch existieren viele verschiedene Verbindungen zwischen Leder- und Bauschelementen bei der Kleidung, und sehr oft fallen die Dinge, die für das Tragen in der sala gefertigt werden, ausgesprochen knapp aus, das Schamgefühl der Waldelfen kennt keine Benachteiligung ob fehlender körperlicher Vorzüge oder nicht dem ‚Durchschnitt' entsprechendem Aussehen.
Schmuck wird bei Waldelfen aus den Dingen hergestellt, welche die Natur bietet - Edelsteine, so sie denn gefunden werden, erfahren keinerlei Schliff, sondern werden mit Leder oder mit feineren Bauschfäden in Amulette eingebunden, Nüsse, Holzstücke und Holzperlen formen Ketten und Ringe, die Ohrlöcher tragen oftmals Federohrringe oder aus Tierknochen und Holz geschnitzte, später mit Erdfarben verschönerte Motive. Bauschkleidung an sich wird oft mit Grün, Rottönen, Braun oder hellem Braun gefärbt, so man ihnen den künstlichen Farbton Blau eintauscht, werden auch gern blaue Kleidungsstücke getragen, aber diese werden doch eher zu Festen herausgeholt denn für den Alltag, da sie etwas besonderes darstellen.
Erscheinungsbild der Waldelfen
"Als wir reyseten von Calderah zum südlichsten Orte des bekanneten Landes, durchquereten wir eynen dunklen Wald, und der Späher, welcher unserigen Zuge begleytete, ward unruhig, als die ersten Ränder des Waldes hinter den unsrigen zusammenschlugen. Leyse sprach er von den Elben, welche in jenem Walde leben sollten, und eyn jeder Schritt soll von jenen beobachtet seyn, die hier ihr Land beanspruchen. Reyset man leyse und mit friedlicher Natur, so sey man nicht behelligt, käme man denn in feyndlicher Absicht, so sey man schnell durch Pfeile nieder gestrecket. So befleyssigten wir uns eynes schnellen Reysetempos, um den Wald schnell hinter uns zu bringen. Eynes Abends jedoch, an eyner Quelle, die ich alleyn aufsuchte, um für mich eynige stille Momente abseyts der anderen zu verbringen, um meyne Gedanken zu ordnen, erblickte ich ein wundersames Wesen nackend im klaren Wasser der Quelle stehen, eyne schlanke, hoch gewachsene Gestalt, deren Ohren spitz zuliefen und deren helles Haar sie wie aus eyner anderen Welt erscheynen ließ. Sie war von vollendeter Schönheyt, und niemals danach sah ich eyne Frau, die ihr an Anmut und Zierde gleich gekommen wäre. Doch nur kurz währte jener Augenblick, in der ich sie sehen durfte, da ich mich durch einen unter meinem Schuh knackenden Zweyg verriet und sie eilends ihre Ledersachen herbei nahm und zwischen den Bäumen verschwand."
(Aus den Aufzeichnungen des Magus Ilyron Gehewas)
Wie auch ihre Verwandten, die Hochelfen, sind Waldelfen von hohem Wuchs, kaum ein Waldelf ist kleiner als 1,80m, nicht selten werden Körpergrößen von bis zu 2,10m erreicht, jedoch erscheint ihr Körperbau dazu im Vergleich als ausgesprochen schmal, bei weiblichen Elfen sogar als grazil und zerbrechlich. Nicht unterschätzt werden darf dabei jedoch, dass jene Elfen über eine große körperliche Geschicklichkeit, Schnelligkeit ihrer Bewegungen und Ausdauer verfügen, in denen sie dem Volk der Menschen schon von Geburt an überlegen sind. Waldelfen fehlt bis auf das Haupthaar fast vollständig die Körperbehaarung, allein die Schamhaare der Lenden wachsen bei einigen je nach Haarfarbe noch sichtbar (je dunkler die Haarfarbe, desto wahrscheinlicher ist der Wuchs der Schamhaare). Grundsätzlich gibt es wohl keine Naturfarbe, die im Haar eines Waldelfen nicht vertreten wäre, allerdings gibt es keine Extreme wie bei Hochelfen, weißes Haar ist für Waldelfen sehr außergewöhnlich und kommt zumeist nur bei älteren Elfen vor, die gebräuchlichsten Farben sind helles Blond, dunkleres Blond und braunes Haar.
Die sehr hohe Lebenserwartung von bis zu tausend Sommern lässt das Altern eines Waldelfen natürlich weitaus langsamer ablaufen als das eines Menschen, und somit erscheint es weniger offensichtlich, zudem verfärbt sich das Haar dabei meistens in grau oder weiß, daneben zeigen sich im Alter von etwa fünfhundert Sommern die ersten, feinen Fältchen, die sonst eher jugendlich wirkenden Gesichter gewinnen an Reife und Kontur. Grundsätzlich fällt es Waldelfen sehr leicht, ihre schlanke Gestalt zu halten, durch viel Bewegung und körperliche Anlagen setzen sie kaum Fett an. Durch den häufigen Aufenthalt im Freien sind die meisten Waldelfen gebräunter als die Städte bewohnenden Hochelfen, auch findet man an ihren Körpern eher Narben früherer Kämpfe mit der wilden Natur und ihren Gefahren.
Kultur der Waldelfen
Die Völker der Elfen verfügen über gemeinsame Wurzeln - so ist es allen gemein, sich nur gemeinsam wirklich wohl zu fühlen. Am ausgeprägtesten allerdings spiegelt sich dieses Gefühl in der Sippengemeinschaft der Waldelfen wieder, da sich diese nur sehr selten wirklich aus der Gemeinschaft, auch sala genannt, entfernen und schon nach kürzester Zeit nach dieser zurück sehnen, sollten sie ihr fern sein. Jede sala besteht aus knapp dreißig bis achtzig Waldelfen unterschiedlichen Alters, aber nur selten findet man salas mit mehr Waldelfen an einem Ort, da sie seit vielen Jahrhunderten schon eingesehen haben, dass allzu große Ausdehnung ihrer Gemeinschaft den umliegenden Wald schädigt und man ihm möglicherweise zuviel abverlangt, was der Lebensphilosophie vollkommen entgegen läuft. Eine sala besteht üblicherweise aus einem dichten Geflecht von Dornenhecken und Gebüsch, welche die äußeren Ausläufer des Waldelfengebiets beschränken, dazwischen etwas dichter wachsende Bäume und andere Pflanzen, welche die einzelnen Abschnitte der Lebensbereiche abgrenzen.
Es existieren keinerlei Türen oder Absperrungen, die einen ‚Raum' innerhalb der sala komplett abschließen würden, aber für gewöhnlich respektieren Waldelfen untereinander den Ort, an dem ein anderer Elf schläft und seine Dinge bewahrt, als Privatsphäre und dringen nicht in diese ein. Nur in den weiten Waldgebieten fern auf einem Kontinent im Osten existieren die alten, mit mehrstöckigen Wohnbäumen und vielen Lebensebenen geformten Waldelfenstädte, doch die kleineren salas verlassen sich vor allem auf den Zauber ihrer Anwesenheit, um in einem bestimmten Teil des Waldes zu einem für sie geeigneten Lebensraum mit immerwährendem Sommer zu gestalten, dessen Wände durch Bäume und Pflanzen gleichermaßen geschaffen werden. Sehr gern suchen sich die Waldelfen, die sich auch feya nennen, einen Ort aus, an dem bereits viel natürlicher Wuchs existiert und an dem sich auch eine Quelle oder ein See befinden, um die Wasserversorgung zu gewährleisten.
Die Sala
Wie jede Gemeinschaft ist auch eine Sippe/ sala im Inneren strukturiert - Waldelfen sind als insgesamt sehr integrative Gesellschaft doch auch immer in sich geschlossen, mit festen, seit vielen Jahren überlieferten und eingehaltenen Regeln, die von den Eltern immer wieder an die Kinder weitergegeben werden. In jeder sala gibt es die unter dem Schutz aller stehenden Kinder, Jäger, deren Tagwerk es hauptsächlich ist, Fleisch und Leder für die sala zu beschaffen, ohne der Natur zu vieles zu nehmen, Handwerker, welche aus Leder, Knochen und Holz all jene Dinge erschaffen, die der sala von Nutzen sind, Krieger, die in Zeiten der Not alle Angehörigen der sala verteidigen, besonders magiebegabte Elfen, die sich im Formen der Natur, aber auch in Heil- und Kampfzaubern üben, und natürlich auch die Älteren, deren Einsicht in das Leben und die Natur aller Dinge jenen Anleitung und Hilfe sind, die sich um das Wachsen darin bemühen.
Grundsätzlich darf jeder Waldelf, der von der sala als erwachsen anerkannt ist, für die sala nach außen hin sprechen, nur in absoluten Krisenzeiten wird von allen einer erwählt, der die wichtigen Kriegsentscheidungen trifft und die vorhandenen Kräfte zu koordinieren versteht. Besonderes Gewicht kommt innerhalb Friedenszeiten nur den Worten der Älteren zu, welche als Wächter über die Wege der sala verstanden werden und zu jeder Zeit um Rat gefragt werden, wenn eine Entscheidung als wichtig und bedeutsam eingestuft wird.
Waldelfische Namensgebung
Ein waldelfischer Name besteht für gewöhnlich aus zwei bekannten und einem unbekannten Teil - dem Vornamen, dem Zunamen und dem Seelennamen. Waldelfen geben ihren Kindern bei der Geburt nur den ersten Namen, einen Vornamen, der meistens auf Lautmalerei beruht und nicht einmal einen speziellen Sinn oder eine Bedeutung besitzen muss - es kommt einzig und allein darauf an, im Klang das Gefühl auszudrücken, welches das Neugeborene für die Eltern am ehesten reflektiert. Nicht zuletzt deswegen klingen viele waldelfische Namen ausgesprochen fröhlich und harmonisch, durch die Seltenheit eines elfischen Kindes freuen sich die Eltern naturgemäß besonders über diesen einzigartigen Segen.
Der zweite Name, der so genannte Zuname, wird einem waldelfischen Kind erst im Laufe seines Lebens verliehen und beschreibt etwas, das zu seinem Wesen gehört, ein einzigartiges Talent vielleicht, oder eine Lebenseinstellung, oftmals können auch Koseworte zwischen zwei Liebenden zu einem Zunamen führen. Dieser Name steht nicht zwingend fest und wechselt in verschienen Lebensabschnitten und zu bestimmten Gelegenheiten - sollte beispielsweise ein junger Waldelf einen harten Kampf allein gegen einen Daimon überlebt haben, wird ein solch einschneidendes Ereignis in einem Zunamen ebenso ausgedrückt werden wie große Kunstfertigkeit mit dem Bogen oder bei einem bestimmten Handwerk, eine schöne Singstimme kann ebenfalls einen Zunamen prägen oder eine Charaktereigenschaft wie der Hang zum Träumen, oder besondere Ernsthaftigkeit. Im Gegensatz zum Vornamen hat der Zuname zwingend einen Sinn und wird zumeist auf Isdira gesprochen.
Der dritte und letzte Name ist der einzige, welcher keinem anderen Elfen bekannt ist außer jenem Waldelfen, der ihn trägt - und dieser Seelenname ist, wie auch der Zuname, nicht schon von Geburt an vorhanden, sondern wird durch allmähliche Reife und die Zunahme der Erkenntnisse über die eigene Persönlichkeit und Kenntnisse gewonnen. Im Falle einer seelischen Verschmelzung mit einem geliebten Partner - der Erkenntnis des anderen - tauschen die beiden Partner ihre Seelennamen aus, doch gibt es auch eine Erkenntnis ohne bestehende Liebe, in der sich zwei noch unbekannten Partnern jene tiefe Erfahrung gewährt, ohne dass sich ihre Körper vorher vereint hätten.
Beispiel für einen waldelfischen Namen: Elayana ama'a'dala (Elayana, die, welche Schmetterlinge liebt)
Das Salasandra
"Wer eynst mal erlebet das salasandra, wird es niemals wieder vergessen können, eingeschlossen als besond'res Juwel im tiefsten Inn'ren der Seele eines Menschen. So war es, wie ich es erlebte, als Freund eynes Waldelben, dem ich einst mehr aus Zufall denn Willen aus Gefahr rettete, und aus jenem Augenblicke erwuchs uns eyne Freundschaft, die älter wurde als so manches Abenteuer. Heute, im Alter von siebenundsechzig Sommern, viele im Kriege verbracht, will ich mich erinnern an den schönsten Augenblick meynes Lebens, erfahren in dem, was die Elben salasandra nennen. Die gesamte Sippe, welche sie ‚sala' heißen, versammelte sich am schönsten und ruhigsten Ort des Waldes, in welchem sie lebten, ein See mit eyner natürlichen Quelle, umgeben von hohem, weichem Gras, durch welches der warme Sommerwind wehte. Überall standen die Blüten in vollendeter Pracht des Sommers, und als wir hinzukamen, waren schon viele anwesend, hielten sich bey ihren Händen, summten leyse Melodien, andere saßen im Grase, schienen zu meditieren oder in ihre Gedanken derart versunken, dass sie durch die Gesänge nicht gestöret wurden. Ich weyss heute nicht mehr, wie lange es dauerte, bis alle bereyt waren, ihr Innerstes für alle zu öffnen, und auch wenn ich nur ein eynfacher Adept ward, so fühlte ich doch auch die Stärke und Nähe der Gemeynschaft jener Elben, ihre warme Gegenwart, in der alle sich gleych waren. In jener Nacht fühlte ich, was all die anderen fühlten, sah ihre Gedanken, konnte dasselbe fühlen wie sie und verstand die tiefe Liebe, welche zwischen allen von ihnen herrschte - ich ward eyner und doch alle, und alle waren ich, teilten meyne Erinnerungen, wie ich die ihren teylen durfte. Es ward Vollkommenheit, und erst viel später erfuhr ich, wie selten es ward, von den Elben zu eynem solchen geladen zu seyn."
(Aus ‚Gesammelte Erkenntnisse über fremde Völker' von Magus Arywyn Delonis)
Die beiden Ur-Sippen
Nach der Trennung des Elfenvolkes in Hoch- und Waldelfen stellte die Gemeinschaft der Waldelfen schnell fest, dass eine Gemeinschaft nur dann richtig und in verschiedenen Blickwinkeln zu vollziehen war, wenn sich das männliche und weibliche Element des Lebens ergänzen würden. So, wie sich die innere Haltung eines Hochelfen in seinem gewählten Element widerspiegelt, kann man die Grundausrichtung eines Waldelfen an seiner Zugehörigkeit zu einer der beiden Ur-Sippen erkennen, entweder den Hölzern oder den Federn. In jenem Lebensabschnitt nach der Geburt und vor dem Erwachsenwerden entscheidet sich, ob eine junge Waldelfe oder ein junger Waldelf bei der Feier der Jagd, mit dem junge Waldelfen als vollwertige Mitglieder in die sala aufgenommen werden, ein besonderes Holzstück oder eine besondere Feder an einem Lederband erhält, welche sie oder er Zeit ihres / seines Lebens nicht mehr ablegen wird.
Angehörige der Ursippe der Hölzer zeichnen sich durch besondere Stärke und Talent im Kampf sowie der Jagd aus, sind allgemein eher bodenständiger und realitätsnah orientiert, und erscheinen als Kinder vor allem in den Dingen besser geübt, die mit der Gegenwart zu tun haben, agieren praktischer und finden sich selbständig leichter im Leben zurecht. Feder-Sippenkinder sind träumerischer, aber auch musischer und handwerklich begabter, sind sehr viel sensibler als andere, haben aber auch ein waches Empfinden für arkane Macht und die Natur allgemein, fühlen die Anwesenheit Fremder im Wald früher als andere.
Auch jene Waldelfen, die später als Ältere einen Blick in Zukunft und Vergangenheit zugleich wagen und als Ratgeber besonderer Art geschätzt werden, sind wesentlich öfter unter den Federn zu finden als unter den Hölzern, obwohl man ihnen gern nachsagt, zu leichtlebig im alltäglichen Leben zu sein. Ebenso lässt sich anmerken, dass die Erkenntnis zweier Waldelfen häufig die beiden Sippen zusammenführt, seltener finden sich solche gleicher Ursippe zusammen, um neues Leben zu spenden.
Der Elfenbogen und persönliche Waffen
Bei der Feier der Jagd, einem ausgelassenen Fest, bei dem alle jungen Waldelfen in die Gemeinschaft der sala aufgenommen werden, erhält ein Waldelf auch das, was für ihn Zeit seines Lebens die wichtigste Waffe sein wird - der Elfenbogen, geformt aus einem Stück Holz seines berbo'iama, kunstvoll verziert mit vielen alten Runen, welche das Wesen dieses Waldelfen beschreiben und auch Glück und Schutz bei der Jagd wünschen. Jeder, ob nun arcan begabter Waldelf oder künstlerisch veranlagte Waldelfe, besitzt einen solchen Bogen, den kein feya jemals aus der Hand geben würde. Daneben werden dem jungen Waldelfen ein Dolch aus fein geschnitzten Knochen übergeben, sowie, wenn man es denn erhalten sollte, ein Messer aus Bernstein oder - sehr viel seltener - magisch-metallener Klinge aus hochelfischer Herstellung. Jene Waffen werden von anderen feya nicht einmal berührt, da man glaubt, dass diese eine besondere Bindung zu ihren Besitzern aufweisen, die so privat und intim ist, dass sie nicht gebrochen werden darf. So werden die Waffen auch nach dem Tod des Besitzers mit ihm bestattet.
Verhalten zu anderen Völkern
Hochelfen
Viele ähnliche Dinge im Verhalten finden sich noch zwischen Hochelfen und Waldelfen, unter anderem die Verpflichtung, einander beizustehen, wann immer es die Notwendigkeit gebietet: Vor vielen Jahrhunderten waren Hochelfen und Waldelfen noch eine Gemeinschaft, die zusammenstand, nachdem die Dunkelelfen sich vom Volke der Ur-Elfen abgespaltet hatten. Jedoch entstand in jener Zeit der Schwächung und Ratlosigkeit zwischen zwei Fraktionen im Volk eine Uneinigkeit, als man darüber beriet, wie man sich denn in Zukunft am besten gegen die Angriffe der Dunkelelfen zu schätzen hätte. Einige sahen das Heil im Erreichten weiterer Städte an sichereren Orten hoch in den Bergen, andere sprachen dafür, sich in die tiefen Wälder zurückzuziehen und die Bäume um Hilfe anzuflehen, von diesen schließlich beschützt zu werden.
Seit diesen Tagen herrscht eine gewisse Distanz zwischen Hochelfen und Waldelfen, denn so viele gemeinsame Wurzeln auch existieren, sind die ihnen kalt erscheinenden Steinbauten des hohen Volkes für die Waldelfen ungewohnt, fremd, auch die Hausstruktur, die striktere Lebensweise des hochelfischen Volkes ist für Waldelfen zuviel Einschränkung, als dass sie diese lange teilen wollten. Für Waldelfen ist es noch immer unverständlich, sich in den Schutz von Stein anstatt lebendiger Natur begeben zu wollen, und auch wenn sich natürlich Freundschaften bilden werden, wird dies stets ein Punkt sein, der Unverstehen fördert.
Dunkelelfen
Dasselbe Blut wie in den Dunkelelfen fließt auch in den Waldelfen, nur spricht man nicht sehr gern darüber. Einst waren alle Elfenvölker eins, doch durch Verrat und Täuschungen kam es zu einem ersten Mord zwischen Elf und Elf, zwei Fraktionen spalteten sich ab und zogen in den Krieg miteinander, der erst durch die Aufopferung für sein Volk durch den alten aran der Ur-Elfen entschieden wurde, aus welchen dann die Hochelfen, später dann auch die Waldelfen hervorgingen. Die Verlierer jener Schlacht wurden in das Erdreich verbannt und entwickelten sich über die Jahrhunderte hinweg zu den Dunkelelfen, wie man sie nun kennt und fürchtet. Sagen berichten, dass der seitdem schwelende, ewige Kampf zwischen den Dunkelelfen und Hochelfen erst enden wird, wenn der letzte aller Tage angebrochen ist, und wie die Hochelfen das Licht gewählt haben, wählten die Waldelfen die Natur und das Leben, welches beides durch die Dunkelelfen ebenfalls bedroht wird. Ewige Feindschaft liegt zwischen diesen beiden Völkern und wird wohl auch in der Zukunft dort liegen - zu sehr haben sich die einstigen Geschwister voneinander entfernt.
Zwerge
Das starke Verhältnis zwischen Hochelfen und Zwergen vermögen Waldelfen keinesfalls zu teilen, die Liebe der Zwerge zu Metallen, metallischem Rüstzeug und Steinstädten ist für Waldelfen absolut nicht zu verstehen und lässt die Waldelfen einen weiten Abstand zum Volk der grummelnden Gerumtrinker einnehmen, welcher sich auch in den vergangenen Jahrhunderten nicht verändert hat. Vereinzelt spricht man von einer vagen Freundschaft zwischen wenigen Waldelfen und wenigen Zwergen, die es geschafft haben, die Grenzen ihrer Kulturen zu überwinden, doch ist dies sehr selten und als eher ungewöhnlich einzustufen. Ebenso wie der Waldelf die Tiefen zwergischer Höhlen meiden, meiden auch Zwerge die Tiefen der waldelfischen Wälder.
Menschen
Einstmals war die Welt der Lebensraum der Elfen, aber als das junge Volk, die Menschen, sich entwickelte, verloren die Elfen generell mehr und mehr ihres angestammten Landes, meist auch in blutigen Schlachten gegen die Emporkömmlinge, die ganz im Gegensatz zu den Elfen keine Schwierigkeiten mit ihrer Nachkommenschaft haben. Seit jeher werden die Menschen von den Waldelfen mit Vorsicht, ja sogar mit ausgesprochenem Misstrauen betrachtet, man hat die vielen Kämpfe und auch Verrat von Seiten der Menschen nicht vergessen, vor allem auch, weil Holzfäller und Landbesitzer die Wälder, welche die Heimat der Waldelfen darstellen, durch Raubbau und Gewalt dezimieren und das Wild eher ausrotten denn bewahren. Stets wird der falsche Umgang mit der Natur ein Streitpunkt zwischen Waldelfen und Menschen sein, jedoch vermögen wenige, vor allem naturnahe Jäger und Waldläufer, die nicht mehr nehmen, als sie zum Leben brauchen, einen Dialog herzustellen.
Orken, Goblins
Verachtet und für dumm gehalten werden von den Waldelfen jene Völker, die noch im Schmutz leben und sich allein aus Holz und Leder ihre Behausungen bauen, die weder an ein richtiges Haus noch an eine wirkliche Behausung im Stil des eigenen Volkes erinnern. Da weder die Orken noch die Goblins eine für die feinen Sinne der Waldelfen wirklich verständliche Sprache haben, ist es für jene leicht, die beiden Völker als unterentwickelte, degenerierte Spezies zu sehen, die nichts anderes im Sinn hat als zu morden und zu plündern. Vielleicht ist die Meinung über Goblins nicht ganz so ausgeprägt negativ wie über Orken, aber das resultiert auch daraus, dass Goblins im Allgemeinen ein besseres Verhältnis zur Natur haben als die Orken und weniger Raubbau betreiben als ihre größeren Kampfgesellen.
Magie der Waldelfen
Wie auch die Hochelfen sind die Waldelfen tief in ihrem Inneren an die lebendig fließende Magie gebunden, dies zeigt sich nicht zuletzt auch im Vorhandensein des salasandra, welches keinerlei Vorkenntnisse benötigt, um sich zu vereinen, oder auch bei den Seelentieren, für die kein Waldelf irgendeine Zauberformel sprechen müsste, um sich zu verwandeln - der Waldelf fühlt sich in seine Umgebung ein und verändert sie intuitiv, doch höhere Formen der Magie, die mehr transformiert als ein wenig Emotion und den eigenen Leib, verlangt natürlich auch Übung und Ausbildung in dieser, transportiert durch Worte, Gesten und Paraphernalia. Arcanes Talent größeren Ausmaßes ist unter Waldelfen selten und darob besonders geschätzt, vermag ein ausgebildeter waldelfischer Magiewirker doch die Natur zu transformieren und aus Bäumen Wohnstätten zu schaffen, Erde und Gewächse so zu formen, dass sie einen Schutzwall gegen die Außenwelt bieten und die Gemeinschaft zu schützen vermögen. Nicht zuletzt deswegen werden junge Waldelfenkinder sehr genau beobachtet, ob sie mehr als das übliche Talent offenbaren, und sollte dies der Fall sein, wird jenes Kind durch die Älteren angeleitet, sich seinen Horizont zu weiten und seine Fähigkeiten langsam zu steigern.
Der junge Magiebegabte, auch mandra genannt, wird mit den Jahren erfahrener und sicherer darin, sich die Kräfte der Natur nutzbar zu machen und im Einklang mit allem Lebenden neues Leben zu schaffen oder zu bewahren, bis er letztendlich zum wrá, zum vollwertigen Magiewirkenden werden kann. Schwarze Magie, die allein auf Beherrschung untoten Lebens oder daimonider Lebensformen ausgerichtet ist, aber auch Magieformen, die allein destruktiven Zwecken dienen, sind Waldelfen verhasst und es wird so gut wie möglich vermieden, überhaupt in Kontakt mit jenem ‚zer'taubra' zu treten. Bevorzugt werden Heil-, Schutz-, Bewegungs- und Stärkungszauber, Kampfmagie dient allein der Selbstverteidigung. Die wahre Meisterschaft in der arcanen Macht liegt für einen wrá jedoch darin, die lebendige Natur zu formen und zu verwandeln.
Das tägliche Leben
Wenige wirkliche Zeugnisse finden sich von den zurückgezogen lebenden und als scheu geltenden Waldelfen, doch wird so mancher Holzfäller oder Jäger durchaus zu berichten wissen, dass drohend Pfeile nach ihm geschossen wurden oder plötzlich alle Tiere des Waldes auf ihn gehetzt wurden, als er zuviel Wild gejagt oder zu viel Holz aus dem Wald genommen hatte. Mehr noch als Hochelfen sind die Waldelfen ein Mysterium für alle nichtelfischen Völker, und auch Hochelfen erkennen die Herrschaft ihrer im Wald lebenden Geschwister über diesen ohne Arg und Zurückhaltung an. Wie auch bei den Hochelfen verrichten die Waldelfen ihr tägliches Werken nach den einzelnen Begabungen, es existieren keine Grenzen für die Geschlechter, allein schwangere Elfinnen sind von ihren Pflichten weitestgehend entbunden, um die Frucht ihrer Leiber ganz besonders zu schützen und zu bewahren.
Differenzen klären Waldelfen im Gespräch untereinander, sollten normale Worte nicht ausreichen, wählt man einen freundschaftlichen Wettstreit im Fischfang, in der Jagd oder die vermittelnden Worte eines Älteren, um einen Streit beizulegen. Waldelfen sind eher noch als Hochelfen bereit, ihren Besitz mit anderen ihrer sala zu teilen und die wenigsten werden Zeit ihres Lebens vieles besitzen, das über einige Kleidungsstücke und persönliche Waffen hinausgeht.
Kampfverhalten
Wie schon in ihrem täglichen Leben, erscheinen die Waldelfen auch im Kampf als zurückgezogen, tarnen sich in der Natur und entlassen erst dann ihre tödlichen Pfeile von den Sehnen ihrer Bögen, wenn der rechte Augenblick dazu gekommen ist. Wer ihren Lebensraum bedroht und die eigentlich eher friedlichen Waldelfen angreift, kann sich sicher sein, in jenem Wald niemals wieder Frieden zu finden, denn so friedfertig sie auch sein können, so sensibel sie sich einem verletzten Tier oder einem geschundenen Baum annehmen mögen, so nachtragend und wenig vergesslich sind die Waldelfen im Kampf. Über lange Jahre wird im Hinterkopf behalten, wer der Natur gefrevelt, wer elfisches Blut vergossen hat, und solche Erinnerungen werden auch getreulich weitergegeben, sodass manche gehobene Waffe gegen den Urenkel eines Landesfürsten darauf beruht, dass der Ahne einstmals die Waldelfen geschmäht hat und man ihm bis zum heutigen Tag nicht verziehen hat.
Feste feiern, wie sie fallen
Ähnlich wie Hochelfen feiern Waldelfen sehr gern und zu jeder sich bietenden Gelegenheit, um ausgelassen das zu genießen, was ihnen wirklich wichtig ist - eins zu sein mit der lebendigen Natur und einen Platz in einer Gemeinschaft zu haben, die ihresgleichen sucht. Dass die erwachsenen feya dabei für menschliche Beobachter recht zügellos agieren können und sich auch ihrer Körperlichkeit mehr als einmal mit wechselnden Partnern erfreuen dürften, ist dabei nicht ungewöhnlich und wird als normal angesehen. Gern fordern sich die Angehörigen der beiden Ursippen zu freundschaftlichem Kräftemessen oder einem Sangeswettstreit heraus, sodass am Ende eines solchen Abends eine der beiden Sippen gutmütig als Sieger gefeiert werden kann und die andere Sippe beim nächsten Fest alles versuchen wird, ihnen diesen Sieg wieder streitig zu machen. Sänger und Instrumentenspieler haben unter den feya eine besondere Stellung, sind sie es doch, welche die Geschichten früherer Tage immer wieder weitererzählen und so den jüngeren Waldelfen das Leben früherer Generationen näher bringen können. Die oft vielstrophigen Gesänge sind für Menschenohren kaum verständlich, so viele Namen und Geschehnisse kommen darin vor, nehmen oft genug episches Ausmaß an, sodass sich nur die geübtesten Skalden mit einem waldelfischen Geschichtensänger zu messen vermögen.
Berbo'iama - der Baumfreund
Ein jeder Waldelf wird im heimatlichen Wald eines Tages einen Baum finden, zwischen dessen Wurzeln und unter dessen Blätterdach er sich am wohlsten fühlt, und zu jenem in vielen dort in Stille und Genuss verbrachten Stunden ein besonderes Verhältnis aufbauen. Jener Baum ist es, dem der Waldelf dann eines Tages einen Ast abgewinnt, um seinen persönlichen Bogen daraus zu fertigen, ebenso wie abgeworfene Blätter dieses Baumes zu einem besonders weichen und angenehmen Lager für den befreundeten Waldelf sein können. Dieser Baum wird durch den Waldelfen Zeit seines Lebens eine Zuflucht in Stunden der seelischen Not sein, aber auch jenen Ort darstellen, zu dem man gerne geht, wenn man einen Geliebten oder eine Geliebte gefunden hat, um den besonderen Frieden der freundschaftlichen Verbindung zu teilen.
Liebe und Nachkommen
Als alte Rasse leiden alle Elfenvölker besonders unter ihrer geringen Nachkommenschaft, im Laufe der Jahrtausende sind durch Kriege und eine gestiegene Lebenserwartung des einzelnen die Schwierigkeiten, Nachwuchs zu zeugen, eher noch gewachsen. Als die Verbindung zu den Ältesten, den ersten Elfen der damals noch vereinten Völker, durch deren Gang ins Licht abriss, versiegte auch die Kraft der Hochelfen, und später dann auch die der Waldelfen, wahllos Nachkommen zu zeugen. Nur zwei Waldelfen, die einander als Lebenspartner erkannt haben, sind fähig, miteinander Kinder zu zeugen, was durch die innigste Verbindung zueinander deutlich wird, den Austausch des Seelennamens, den niemand außer jenen beiden kennt. Diese Erkenntnis währt so lange, bis ein Kind gezeugt wurde und im Entstehend ist, wird dann oftmals durch die weitaus tiefer gehende Empfindung der Liebe ersetzt, was aber nicht geschehen muss - so manches Kind entstand durch die Erkenntnis, führte die Eltern aber nicht auf Dauer zusammen, andererseits hingegen ist es durchaus schon passiert, dass sich Liebende mehrfach erkannt haben und aus jeder neuen Erkenntnis ein Kind hervorgegangen ist.
Trotz der Einhaltung einer sehr weiten Distanz und Abkehr von anderen Völkern ist das Leben der feya untereinander vollkommen anders. Necken, auch gern einmal auf Kosten eines anderen gehende Späße und ein freundlicher Umgangston bestimmen das Miteinander unter den Elfen. Einige mögen natürlich diesen Kindereien abgeneigt sein, aber eine derart ernste Grundeinstellung ist selten und wird über die Jahre zumeist auch gern wieder aufgegeben. Wenn zwei Elfen sich ineinander verlieben, verbringen sie oftmals mehr Zeit miteinander als mit anderen, doch kommt die Gemeinschaft dabei niemals zu kurz, man schaut doch noch danach, ein Miteinander zu haben und die schönen Seiten der gemeinsam gefundenen Liebe mit anderen harmonisch zu teilen. Wie auch Hochelfen ist es für Waldelfen nichts besonderes, sich untereinander körperliches Vergnügen zu bereiten, ohne verliebt zu sein, Eifersucht wird eher als seltsam und unangebracht betrachtet.
Kinder nehmen in der elfischen Gesellschaft eine besondere Stellung ein, da die Geburt von elfischem Nachwuchs sehr selten und dementsprechend wichtig ist. Jedes Mitglied der Gemeinschaft wird vor allem darauf achten, im Kriegsfalle die Kinder zu schützen oder versuchen, Unheil welcher Form auch immer von ihnen abzuwenden.
Mehr als alle anderen Völker wissen die Elfen generell, dass ihre Rassen durch schwindende Nachkommenschaft vor dem Untergang steht, und so wird jedes neue Leben besonders bewahrt. Nichts desto trotz müssen auch elfische Kinder die Sitten und Gebräuche ihrer sala erlernen und werden meist ihrer Begabung entsprechend von Kindesbeinen an ausgebildet und angeleitet. Mit Erreichen des achtzigsten Lebensjahres an gilt ein Elfenkind als erwachsen und ist für die Tragweite seiner Handlungen selbst verantwortlich.
Geht ein Waldelf ins Licht, so wird sein Körper verbrannt und die Asche mitsamt der persönlichen Waffen und Kleidung im Waldboden unter jenem Baum vergraben, der dem Waldelfen der berbo'iama war - so lebt ein Teil des Elfen im Baum fort und nicht selten sieht man die Hinterbliebenen manchmal wehmütig in Erinnerungen lächeln, wenn ein solcher Baum auf der Jagd passiert wird.
Die Sprache der Waldelfen
Es hat sich im Lauf der Jahre (auch durch Einflüsse von Spielern anderer Server, die sich bei uns eine neue Heimat gemacht haben) eingebürgert, dass unsere Waldelfen die Sprache der DSA-Waldelfen benutzen, das Isdira. Dafür spricht auch, dass es für diese Sprache viele Wortlisten gibt und im Netz vorhandene Ressourcen, die jedem frei zugänglich sind - und deswegen bedienen sich auch die Waldelfen der alten Welt dieser klingenden Sprache. Hier genannt werden einzelne Begriffe zum schnellen Einstieg, wer mehr wissen und lernen möchte, möge einen Blick in die Linksektion werfen.
Zu beachten bei dieser Sprache ist, dass die meisten Worte im Isdira mehrere Bedeutungen haben können, die sich je nach Situation verändert - das erfordert viel Zusammenspiel zwischen sich unterhaltenden Elfen, damit man sich nicht falsch versteht.
Weitere Wörter könnt ihr auf dieser Seite finden: http://www.isdira.de
Grußformeln
sanya - Gruss, Einladung, Gast, öffnen, aufnehmen
sanyasala - Ich grüsse/verabschiede dich/euch
sanyasala, feyiama! - Ich heisse dich willkommen/verabschiede dich, (Elfen-) Freund!
feydha (Name) lairdao - Ich bin ein Elf der tiefen Wälder (namens...) und grüsse dich,Bruder/Schwester (Elfenfreund)
sanyaza, fey(g)ra! - Weiche zurück, Feind/Unhold!
Allgemeine Unterhaltung
nurd'dhao - (Das) Gedeihen mit dir (Dankesformel, Verabschiedung)
eorla - Es soll Recht sein (Rituelle Bekräftigung)
a'dao bhanda - Ich werde darüber nachdenken.
a'dao valva iama - Ich verwandle mich in mein Seelentier/ Ich werde sterben
Rang-/ Berufsbezeichnungen
Feya - Waldelf
(i)ama - Freund, Bruder, Geliebter
kuon - Sänger
thara, tharza - Waffe, Kämpfer, Kampf, kämpfen
yar(a), cin, var - Bogen, Schütze
war/ wrá - Magier
var, val - Hüter, Bewahrer
verrik - Herrscher
Allgemeine Begriffe
Frühling / Sommer / Herbst / Winter - nurda / shalla / gala / lyna
Tag / Nacht / Morgen / Abend - shi / sha'ka / sha / shao
Empfindungen
dâr - bedrohlich/ unumgehbar
êoza - Unvernunft
fiala - fremd
gra - Wut, Zorn, Ärger
mamâo - behäbig, verständig, bei Mond aktiv
'ray - vorsichtig
raya - Begierde, Wollust
Tierbezeichnungen
aar - Adler
a'dala - Schmetterling
a'dôawa, adêawa - Kranich
adêbha, adôbha - Storch
adêdirja - Reiher
ahaya, salma - Lachs
ahayo - (See-) Fisch
alwasala - Biber
amaya - Ameise
a'ravije - Harpye
a'shiana - Libelle
awâ(o) - Frosch
bere/baare - Bär (friedlich/agressiv)
bhabrâ(o) - Greif
bhaselya - Fuchs
bianbhaî - Hase, Kaninchen
cu´ri, kuîri - Falke
diundaê, diundaô - Eidechse
diungo - Steppenhund, Hund
felja - Katze, Wildkatze
hert - Hirsch
lairja - Reh
lara/ largra - Wolf (friedlich/ agressiv)
nanda, valdra - Einhorn
rhiana - Pferd, Elfenpferd
sisla - Natter
ta(i) - Singvogel
yamayu - Taube
Verweise
Ein wichtiger Link für Isdira, die Sprache der Waldelfen:
http://www.isdira.de
Windfeders Wolkenturm bietet viele Anregungen zum Spiel von Elfen, vor allem Waldelfen, kann aber auch für das Spiel eines magiebegabten Waldelfen nützliche Hinweise liefern:
http://www.wolkenturm.de/
Tiefenwald.de bietet neben einem kleinen Guide zum Spiel von Waldelfen auch weiterführende Informationen zum Rollenspiel generell und ist die Homepage eines auf OW aktiven Spielers.
http://www.tiefenwald.de/
Wer sich generell für DSA (Das schwarze Auge) interessiert, das Rollenspielsystem, dem die Sprache Isdira für Waldelfen entstammt, findet hier eine schöne und informative Kurzübersicht, die recht großflächig das System vorstellt und weiterführende Links bietet:
http://www.nebelmoor.de
Informationen zu Waldelfen, auf dem DSA-System basierend, bietet auch diese Seite, wenngleich etwas unübersichtlicher und ausufernder als andere:
http://www.elfenlan.de
Anmeldung
Wie komme ich zu meinem Waldelfen, zu meiner Waldelfe? Diese Frage soll folgender Abschnitt zu beantworten versuchen. Grundsätzlich sollte sich jeder Möchtegern-Elfenspieler in diesem Guide hier informieren und sich dann überlegen, in welche Richtung er die Entwicklung seines Charakters gestalten möchte - ob es eine geschickte Waldelfenjägerin werden soll, ein in die Musik verliebter Waldelfensänger und -geschichtenerzähler, oder vielleicht ein Krieger, der selbstbewusst und stolz den Wald gegen jegliche Angriffe von außen zu beschützen versucht?
Bei vielen Anmeldungen bekomme ich eine schön zu lesende Geschichte geschickt, die zwar von einigen Geschehnissen rund um den Charakter handelt, welche über den jeweiligen Charakter aber nur unzureichend informiert. Die Grund- Charakterzüge sowie Vorlieben und Abneigungen sollten in einer Anmeldung ebenso enthalten sein wie das allgemeine Verhalten des Waldelfen zu anderen Elfen und den verschiedenen Rassen, welche hier auf OW vertreten sind.
Nicht die Länge der Geschichte ist entscheidend, sondern der Informationsgehalt, ob man sich als vollkommen Fremder nach dem Lesen der Geschichte den Elf plastisch und als Persönlichkeit vorstellen kann oder nicht.
Der einfachste Weg, sich einen Charakter zu konzipieren, besteht darin, zu einem großen Vorteil oder einer großen Charakterstärke gleichzeitig auch einen ausgleichenden Nachteil oder eine Charakterschwäche auszuwählen - ebenso wie kleine Vorlieben des Waldelfen, die sich auf bevorzugte Rüstungen, vielleicht ein Lieblingsessen oder ähnliche kleine Details beziehen, welche einen Charakter aus einer Masse hervorstechen lassen. Gleichsam sollte die Geschichte auch zeigen, dass sich der Spieler/die Spielerin mit den örtlichen Gegebenheiten auf OW und der waldelfischen Kultur sowie der Sprache vertraut gemacht hat, daneben sollte im Text auch klar beschrieben sein, welcher der beiden Ur-Sippen der Waldelf angehört und welches Seelentier dem Innersten am Nähsten steht, welches seine bisherigen Erfahrungen mit anderen Rassen sind und wie er diese resultierend bewertet.
Nichts zu suchen haben in Anmeldungsgeschichten Dinge wie das Passwort des Spieleraccounts, Skillwerte, die anderen gespielten Charaktere auf dem Server (die kann ich sowieso nachschauen *schmunzelt*) oder die ewig gleiche Zusammenfassung á la "Ich bin ein Elfenprinz aus einem verflossenen Königreich, dessen Eltern von Orks gemetzelt wurden und der nun versucht, mit seinem magischen Schwert die Welt zu retten."
Das liest sich sicher alles sehr schön, aber die Welt wäre doch sehr langweilig, bestünde sie nur aus weltrettenden, Zauberschwerttragenden Elfenprinzen aus verflossenen Königreichen ... Klischees wie ‚mein Waldelf mag den Wald und liebt die Jagd' sind Grundvoraussetzung für einen Waldelfen, aber sollten nicht Teil der Charaktergeschichte sein - das sind die Wesenszüge dieser Rasse, und jedes Individuum sollte doch interessant genug gestaltet werden können, um über jene hinaus beschrieben zu werden.
Einen fertigen Text bitte ich per PM im Forum an 'Caerys' zu schicken, mit Angabe des Accountnamens und wenn möglich auch eines Grundes, warum man einen Waldelfen spielen möchte. Ich antworte grundsätzlich so schnell es mir möglich ist, und in dieser Antwortmail findet ihr dann das weitere Procedere oder Anmerkungen zur Charaktergeschichte, sollten noch Fragen offen geblieben sein.
Nurd'dhao und viel Spaß noch,
GM Caerys, RB Elfen